Trübe Ahnung Verlaßner werde ich mit jedem Jahr, und nun verlor ich auch mein bestes Lied. – Ich saß bei einem Kognak an der Bar so düster, daß mich jedes Mädchen mied. Dann ging ich durch die Stadt. Die Nacht war mild. Es war, als ob mein Vater mit mir sprach. Jetzt hock ich trostlos unter deinem Bild und traure dem versäumten Leben nach. Das war ein Fest … ein Kleid im Wind … ein Wink… und immer eine Schwermut, die uns schied, zuletzt nur wieder dies: "Vergiß und trink!" Und nun verlor ich auch mein bestes Lied. War doch mir Liebeslust noch prophezeit, und daß die Schicksalswege sich erneun – zu spät erblühte diese Glücklichkeit und könnte meinen Herbst nicht mehr erfreun. Denn herbstlich geh ich mitten durch den Mai, der als ein Spuk an mir vorüberzieht, als wisse er, daß dies der letzte sei. Verloren ist mein Leben und mein Lied.
Das Lied von der Freundschaft Freunde sind: die deine Tür belauern, Jedem Glücke Feind, das dir geschenkt ist, Neidisch, wenn dein Schifflein leicht gelenkt ist, Und erlöst, wenn deine Augen trauern. Freunde sind: in deinen feigen Stunden Schale Zuflucht und verlogne Rettung, Freunde sind: in Schuld und Scham Verkettung Und ein weher Weg zu Wut und Wunden. Freunde sind: die dir das Letzte rauben, Daß du nackt dem Lachen preisgegeben, Nichts mehr willst, als ohne Freunde leben Mit der Frau, der deine Nerven glauben.