Mia Holm (1845–1912)

2 Sprüche Romantik

Die Lawine Allgewaltig, allzermalmend Donnert die Lawine hin, Eine zarte, weiche Flocke War sie im Beginn. Und das Weh, das mich zertrümmert, Das entsetzliche Geschick, War im Anfang nur ein stiller, Kaum verstandner Blick.

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Die Liebe Die Liebe willst du finden? So suche sie im Mai, Da sitzt auf Blütenbäumen Die wunderholde Fei. Da flattert allerwegen Ihr weiches, grünes Haar, Aus jeder Blume lächelt Ihr Schelmenaugenpaar. Doch soll ich gut dir raten, So bleib ihr lieber fern, Denn Necken und Betrügen, Das hat sie gar zu gern. Sie kost mit dir ein Weilchen Und lässt dich dann allein, Sie giebt für kurze Wonne Dir lange, bange Pein.

Holm, Verse von Mia Holm, 1900. Originaltext