Moritz Hartmann (1821–1872)

4 Sprüche Romantik

Die heilige Liebe Fern von Gottes Herzen, Ihrem Heimatland, Ist die Seele einsam An die Welt gebannt. Ein geheimes trauern Winkt ihr himmelwärts, Doch ihr fehlt Verständnis Für den eignen Schmerz. Bis das Lied des Himmels, Bis sich niedersenkt Liebe - und die Sehnsucht Nach der Heimat lenkt. Liebe ist die Seele, Was dem Alpenkind Der verlornen Berge Ferne Lieder sind. Darum ist der Seele, Einz'ge Ruhefrist, Wenn sie ruht, wo einzig Ihre Heimat ist.

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Es sind nicht die edelsten Weiber, bei denen die Liebe durch das Auge einzieht; sie weiß andere und oft bessere Wege zu finden.

Hartmann, Erzählungen eines Unstäten, 1858

So zu mir sprach Abdallah, der Kurde: "Wisse du, warum dein Freund ich wurde. Weil du hörst und schweigst, wenn Andre sprechen, Weil du singest, wenn die Andern zechen. Sahst du Moslems im Gebete liegen, Hast du, Franke, ehrfurchtsvoll geschwiegen. Schmerzlich krank hast du nur Nachts geklaget, Morgens stiegst zu Pferd du unverzaget. Nie das Gestern hört ich dich beklagen, Doch du redest schön von künft'gen Tagen."

Hartmann, Zeitlosen. Erzählende Gedichte, 1858. Abdallah, 1856

Der Mensch versteht nicht immer, warum Gott etwas zuläßt.

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