Das praktische Jahrhundert Wo lodert noch im Herzen wilder Brand?! Nur lind und lauwarm rieseln unsre Triebe; Verlor man sonst aus Liebe den Verstand, Verliert man heute aus Verstand die Liebe.
Wer nie in der Jugend Gewitterdrang über jedes trennende Gitter sprang, wer nie in sünd'gem Verlangen gebebt hat und immer nur nach Erlaubtem gestrebt hat, dem schmücke das Wams mit Orden und Tressen, doch sag ihm, er habe zu leben vergessen.
Ein Rätsel ist das Menschensein, Kein Grübler denkt es aus; Jung lebt in Freuden man hinein, Aus Schmerzen alt hinaus!
Sein Tod hat eine fühlbare Lücke in der Kasse aller seiner Freunde zurückgelassen.
Das ist ein Jagen auf dieser Erden nach Rang und Würden und gleißendem Schein… im hitzigen Fieber, etwas zu werden, versäumen die Toren etwas zu sein.
Du willst bei Fachgenossen gelten? Das ist verlorne Liebesmüh. Was dir mißglückt, verzeihn sie selten; was dir gelingt, verzeihn sie nie!
Nur Arbeit hebt dich sanft hinweg Aus dumpfem Weltverneinen; Sie gibt der Stunde einen Zweck, Hat auch das Leben keinen.
Ich kenne eurer Weisheit bittern Kern, und doch-ich kann den Wahn nicht meiden. Ich lebe einmal für mein Leben gern und kann das Sterben auf den Tod nicht leiden.
Unendlich innig war ihr Kuß Und glutvoll ihr Umfassen; Sie hat unendlich mich geliebt … Und endlich – mich verlassen.
Wer eine glückliche Ehe führen will, muß vom ersten Tage an den mannhaften Entschluß fassen, bei allen Streitfragen mit unerbittlicher Energie auf dem Willen seiner Frau zu bestehen.
Die Altersstolzen "Ergraut sind wir – und du noch jung" – So sprecht Ihr voller Würde Und heischt von mir Bewunderung Ob Eurer Altersbürde: Doch sollt' vor jedem grauen Haar Ich erfurchtsvoll erbangen, So dürft' am End der Esel gar Respekt von mir verlangen.
Der neue Glaube Es bildet sich der Glaubenssatz allmählich: Der liebe Gott ist tot – Gott hab' ihn selig!