Dauerndes Glück ist Langeweile.
Tiefes Glück ist Gegenwart ohne Denken.
Amor fati stellt sich dem Schicksal und besiegt es. Tapferer Pessimismus.
Liebe ist Glut, Haß ist Kälte. Sehnsucht und Angst sind Feuer und Eis. Die ganze Welt der Gefühle liegt dazwischen.
Der Wellenschlag der Generationen im Strom des Lebens ist rhythmisch, hat Takt und Periodizität im Zusammenhang mit kosmischem Rhythmus.
Mit dem Leben zugleich ist die Sitte da, die innere Form des Lebens, die nicht sich entwickelt oder gemacht wird, sondern da ist, sobald das freibewegliche Leben da ist, das seinen eigenen Takt und Rhythmus in der Welt und gegen die Welt hat.
Es ist vielen möglich, die Bahn ihrer Jahre nach persönlichem Willen in Größe oder in Kleinheit zu durchschreiten. Indessen, wer nur Behagen will, verdient es nicht, da zu sein.
Leben ist Tun und Leiden. Je wissender der Mensch, desto tiefer sein seelisches Leid.
Der Weg der Lebensgestaltung (der sog. ‹Entwicklungsgeschichte›) ist ein Drängen nach Freiheit.
Cogito, ergo sum. Das ist willkürlich: auch wenn ich nicht denke, bin ich.
Alles Leben ist Kampf, weil es Feuer ist.
Je kühner das Leben, desto mehr ist es ‹Ich›.
Stil des Lebens heißt: Ethos, Instinkt, Haltung; sich so bewegen und halten, so kämpfen. Das ist der Ursinn der Sitte.
Leben ist Trieb, Wille, Flamme, Angriff.
Das Leben wird ursprünglich als Wir erlebt, als Sippe, Horde etc. Der Einzelne fühlt sich kaum als Individuum.
Zeit ist ein Geheimnis, eine Urfrage ohne Antwort.
Der Raum (die Welt) ist allen gemeinsam – es ist nicht meine, sondern unsere Welt. Aber jeder hat seine Zeit.
Die Zeit ist Leben, Wärme, Licht.
Jede Erfahrung, sie mag sonst sein, was sie will, ist auch ein schöpferischer Akt.
Erfahrung bedeutet ursprünglich immer schlechte Erfahrung.
Schicksal ist der Wille von außen, Wille ist das Schicksal von innen. Weltwille ist die Ordnung der Natur.