Ich dachte, wie so weit und schön die Welt, so tausendfach von Licht und Glück erhellt. Ich dachte, wie du einzig bist und klein – und wie ich doch bei dir nur möchte sein.
Die du so fern bist in der großen Stadt, Ich grüße dich, die mein vergessen hat. Einst hast du meiner Tag und Nacht gedacht, Stunden des Glückes mit mir verbracht, verlacht. Froh unter Scherzen schlossen wir den Bund – Funkelt dein Auge noch, und lacht dein Mund?
Ein Sehnen. Sprödes, knospenscheues Mädchen, Könnt’ ich einmal noch dich küssen Scheu wie einst, da du errötet, Hab’ auch selbst erröten müssen! Die gesenkte braune Wimper Hielt den süssen Groll zusammen, Hielt die zage Glut verborgen, Deines Busens erste Flammen. Könnt’ ich einmal noch beklommen, Reinen Herzens so dich schauen, Da ich reuevoll und bangend Hing an deinen Augenbrauen! Was ich gierig je genossen, Trüben Lebens wilde Lüste, Gäb’ ich hin für jenes Zagen, Da ich scheu zuerst dich küsste.
Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein. Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind, und unsrer Athemzüge Frieden trug er hinaus in die helle Mondnacht. – Und aus dem Garten tastete zagend sich ein Rosenduft an unserer Liebe Bett und gab uns wundervolle Träume, Träume des Rausches – so reich an Sehnsucht!
Gesang des Lebens Gross ist das Leben und reich! Ewige Götter schenkten es uns, lächelnder Güte voll, uns den Sterblichen, Freudegeschaffenen. Aber arm ist des Menschen Herz! Schnell verzagt, vergisst es der reifenden Früchte. Immer wieder mit leeren Händen sitzt der Bettler an staubiger Strasse, drauf das Glück mit den tönenden Rädern leuchtend vorbeifuhr.