Otto von Bismarck (1815–1898)

35 Sprüche Romantik

Mir ist die glückliche Ehe und die Kinder, die mir Gott geschenkt hat, wie der Regenbogen, der mir die Bürgschaft der Versöhnung nach der Sündflut von Verwilderung und Liebesmangel gibt, die meine Seele in frühern Jahren bedeckte.

Bismarck, O., Briefe. An seine Frau, 19. Juni 1852

Das ist eben der Vorzug des germanischen Charakters unter allen übrigen, daß er seine Befriedigung in der eigenen Anerkennung des eigenen Wertes findet und kein Bedürfnis nach Vorrecht, nach Herrschaft hat, daß er sich selbst lebt.

Bismarck, Reden. Zu deutschen Studenten in Friedrichsruh, 1. April 1895

Findet sich Unkraut im Acker unsres Herzens, so wollen wir gegenseitig bemüht sein, ihn so zu bestellen, daß sein Same nicht aufgehn kann [...] und wenn mich Deine kleinen Disteln auch mitunter in den Finger stechen sollten, kehr Dich daran nicht und verbirg sie mir nicht. Du wirst an meinen großen Dornen auch nicht immer Freude erleben, so große, daß ich sie nicht verstecken kann, und wir müssen gemeinschaftlich daran reißen, wenn auch die Hände bluten.

Bismarck, O., Briefe. An seine spätere Frau Johanna, 23. Februar 1847

Geben Sie dem Arbeiter das Recht auf Arbeit, solange er gesund ist, sichern Sie ihm Pflege, wenn er krank ist, sichern Sie ihm Versorgung, wenn er alt ist.

Bismarck, Reden. Im Reichstag zur geplanten Sozialversicherung, 1881

Es ist ein Vorteil des Altwerdens, daß man gegen Haß, Beleidigungen, Verleumdungen gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für Liebe und Wohlwollen stärker wird.

Bismarck, Reden. Zu den Hamburger Reichstagswählern, 10. Mai 1897

Ich kann in dem ganzen Gange, den uns Gottes Vorsehung geführt hat, nur eine besondere Vorherbestimmung erkennen.

Bismarck, Reden. In Jena, am 30. Juli 1857

Ich bleibe in der Überzeugung, unser Gott läßt keinen Deutschen zugrunde gehen, am allerwenigsten Deutschland.

Bismarck, Reden. Aus einer Antwort an die Vertreter der Lehrkörper der deutschen Universitäten, am 1. April 1895

Ich komme mit weniger Wiederholungen aus, weil ich mich an die Wahrheit halte. Eine zweifelhafte Behauptung muss recht oft wiederholt werden, dann schwächt sich der Zweifel immer etwas ab und findet Leute, die selbst nicht denken, aber annehmen, mit soviel Sicherheit und Beharrlichkeit könne Unwahres nicht gedruckt werden.

Bismarck, Reden. Im Reichstag, am 14. Juni 1882

Wo man nicht wahr gegen sich selbst ist, ist man allemal auch nicht klar.

Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, 2 Bde., 1898 (3. Band nach langen Auseinandersetzungen zwischen der Familie Bismarck, dem Verlag und dem ehemaligen Kaiser Wilhelm II. publiziert im Jahr 1921). Erstes Buch. Fünftes Kapitel

Man [darf] nur noch aus nationalen Gründen, das heißt aus Gründen, welche in dem Maße national sind, daß ihre zwingende Natur von der großen Mehrheit der Bevölkerung anerkannt wird, Krieg führen.

Bismarck, Reden. Im Abgeordnetenhaus am 6. November 1876

Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als ein Übel, welches die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß!

Bismarck, Depeschen. Depesche vom 29. Juli 1870

Es ist leicht für einen Staatsmann, sei es in dem Cabinete sei es in der Kammer, mit dem populären Winde in die Kriegstrompete zu stoßen und sich dabei an seinem Kaminfeuer zu wärmen oder von dieser Tribüne donnernde Reden zu halten und es dem Musketier, der auf dem Schnee verblutet, zu überlassen, ob sein System Sieg und Ruhm erwirbt oder nicht. Es ist nichts leichter als das, aber wehe dem Staatsmann, der sich in dieser Zeit nicht nach einem Grunde zu Kriegen umsieht, der auch nach dem Kriege noch stichhaltig ist.

Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, 2 Bde., 1898 (3. Band nach langen Auseinandersetzungen zwischen der Familie Bismarck, dem Verlag und dem ehemaligen Kaiser Wilhelm II. publiziert im Jahr 1921). Erstes Buch. Drittes Kapitel

Besser heiße Kugeln, als heiße Worte.

Internet

Ich muss nach meiner Überzeugung handeln, wenn ich ein ehrlicher Mann bleiben will.

Bismarck, Reden. Im Reichstag, am 5. Mai 1881