Das Glück, wie es sich die meisten denken, ist ein großer, vergoldeter, verzierter Rahmen um ein Bild von wenig Bedeutung, während es in Wirklichkeit dem Gemälde eines Raphael oder Correggio gleicht, in gar keinem oder einfachen Rahmen.
Die Meisten glauben, ihr eigenes Glück zu fördern, indem sie ihre Wünsche befriedigen. Aber das ist durchaus zweierlei. Wehe dem, der jeden erdenklichen Wunsch erfüllt sieht, dem nichts mehr zu wünschen, zu erlangen bleibt.
Kein Genuß ist kürzer als der Liebesrausch; kein Opfer ist fruchtbringender und nützlicher als die Verschmähung dieses Genusses.
Reichtum und Ruhm mögen den Menschen glücklich machen, – die höchsten Freuden des Lebens wird er doch stets der Liebe verdanken.
Die gewaltige Leidenschaft der Liebe versteht sich auf hundert Wunder und weiß die Wollust an einen Kuß zu bannen; aber sie bedarf großer Kunstfertigkeit und noch größeren Glücks, um es lange dabei bewenden zu lassen. Vom Händedruck bis zum Kuß kann der Weg lang, ja unpassierbar sein, aber einmal über den wechselseitigen Kuß hinaus, verliert sich jede feste Schranke und alles wird möglich.
Daß man im Leben nur ein einziges Mal lieben könne, ist eine der vielen großen Unverschämtheiten, welche die Liebe gedankenlos dahinschwatzt.
Der geschickteste unter den Schuhmachern hat mehr Ursache, stolz zu sein, als ein unwissender Anwalt, ein unwissender Lehrer oder ein unfähiger Arzt.
Wer nichts zu tun hat, quält seine Phantasie damit, eine Arbeit zu ersinnen, um einsame trübe Stunden auszufüllen.
Um eine Ehe glücklich zu machen, bedarf es weit mehr der Übereinstimmung der Charaktere als der Harmonie der Geister.
Ein guter Mensch verbreitet eine Atmosphäre des Glücks, die allen zugute kommt, die um ihn sind.