Paul Fleming (1609–1640)

17 Sprüche Aufklärung

Läuft das Glück auch mal zu Zeiten anders als man will und meint, ein getreues Herz hilft streiten gegen alles, was uns Feind.

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Tränen der Trauer, Tränen des Glücks; es kommt auf die Seite an, wohin man blickt.

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Sein Unglück und sein Glücke ist ihm ein jeder selbst.

Fleming, P., Gedichte. Aus: An sich

Der Anfang der Liebe ist süß, ihr Ende – Galle. Frau Venus kommt gelacht, geht traurig nach dem – Falle.

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An die Stolze Und gleichwohl kann ich anders nicht, Ich muss ihr günstig sein, Obgleich der Augen stolzes Licht Mir mißgönnt seinen Schein. Ich will, ich soll, ich soll, ich muß dich lieben, Dadurch wir beid' uns nur betrüben, Weil mein Wunsch doch nicht gilt Und du nicht hören wilt. Wie manchen Tag, wie manche Nacht, Wie manche liebe Zeit Hab ich mit Klagen durchgebracht, Und du verlachst mein Leid! Du weißt, du hörst, du hörst, du siehst die Schmerzen, Und nimmst der' keinen doch zu Herzen, So daß ich zweifle fast, Ob du ein Herze hast. Bist du denn harter Stein und Stahl Die man doch zwingen kann? Feld, Wiesen, Wälder, Berg und Tal Sehn meine Wehmut an. Die Vögel seufzen, was ich klage. Der hohle Busch ruft, was ich sage. Du nur, du Stolze du, Hältst Ohr und Augen zu. Ach denke, denke, was du tust. Ich kann nicht anders sein. Ich hab an meinem Leiden Lust, Du hassest meine Pein. Kann ich denn keine Huld erlangen, So laß mich die Gunst nur empfangen Und wolle doch mit mir, Daß ich stracks sterbe hier.

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Die Liebe kommt mit Lust, geht wieder mit Trauer, Süß ist ihr Anfang wohl, das Ende aber sauer.

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An seine Boten Geht, ihr meine Tränen, geht und erweichet der ihr Herze, die wie eine Klippe steht, unbewegt von meinem Schmerze, die das, was mein Herze bricht, sieht und wills doch sehen nicht! Fliegt, ihr meine Seufzer ihr, nehmet eure Kraft zusammen! Blaset, wie ihr tut bei mir, auf bei ihr die Liebesflammen, dass sie, wenn sie sieht auf mich, lichter lohe brenn' als ich! Meine Boten, so fahrt hin, schafft mir Rat, so viel ihr könnet, und vergnüget meinen Sinn, der sich selbsten kaum besinnet! Bringt nicht ihr mir ihre Gunst, so ist alle Kunst umsunst.

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Dreien Schwestern So freundlich, so geneigt, so gütig an Geberden, so zart, so tugendhaft, so götlich um und an, als keine Göttin nicht geschätzet werden kan, so hochbegabt seid ihr, ihr Gratien der Erden, die durch die Himlischen mehr himlisch täglich werden, die ihre Schwestern sind. Es glaubt es Iederman, daß die Vollkommenheit sich ganz in euch vertan und muß es auch der Neid bekennen ohn' Beschwerden.Euphrosyneist keusch,Thaliazart und schöne,Aglaiafrom und gut. Diß liebliche Getöne von so viel Tugenden macht eine Harmonei mit solcher Treflichkeit in euren dreien Leibern, daß Orpheus sich befragt bei allen klugen Weibern, ob seiner Harfen Klang in euch verwandelt sei?

Fleming, Teütsche Poemata, 1642 (posthum). Sonnette, Liebesgedichte. Originaltext

Man lebe, wie man soll, so hat es keine Not!

Fleming, P., Gedichte. Deutsche Gedichte. Poetische Wälder. Aus: In Groß-Neugart der Reußen, 1631

An mir ist minder nichts, das lebet, als mein Leben.

Fleming, Teütsche Poemata, 1642 (posthum)

O bleib' des Freundes Freund, Und mein' es so mit ihm, als er es mit dir meint.

Herrmann (Hg.), Mein Stammbuch der Erinnerung, Freundschaft und Liebe heilig. Sammlung von 471 der auserlesensten und beliebtesten Stammbuchaufsätze, 1859 (7. Auflage 1875)

Ein Weiser dient der Zeit, nimmt sein Verhängnis auf, wie es die Hand ihm beut…

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Die Zeit, die stirbt in sich und zeugt sich auch aus sich.

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Ihm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit.

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Ich sag euch gute Nacht und trete willig ab. Sonst alles ist getan bis an das schwarze Grab.

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Wer früh stirbt, der stirbt wohl; Wen Gott zu lieben pflegt, Der wird in seiner Blüth' in frischen Sand gelegt.

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In allen meinen Taten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat, er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, selbst geben Rat und Tat.

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