Es macht oft das ganze Glück eines Menschen aus, dass er sich einredet, glücklich zu sein oder es zu werden.
Es ist so wenig, wessen man zu seinem Glück bedarf; es kommt da ganz auf den Reichtum der Seele an: ein lächelndes Kinderauge, ein schönes Gesicht, eine Blume in einem stillen Garten, ein Baum, der das Gold der Sonne trägt, eine wohlgeformte Vase, eine Perlenkette. Das Glück ist nichts himmelstürmendes. Es schleicht sich still in unser Herz hinein. Aber es geht ein Leuchten von ihm aus wie von einer Kerze, deren Schimmer einen Raum geheimnisvoll belebt.
Das Glück liegt darin, dass nichts geschieht. Das muss man verstehen lernen.
Niemals erkennt die Sehnsucht. Das tut nur die Liebe. Aber sie erlischt im Augenblick des Erkennens.
Nur gänzliches Sichhingeben ist Befreiung seiner selbst, allerdings gibt man sich zugleich damit auf.
Alle Liebe ist ein Zurückgehen auf sich selbst und alle Sehnsucht ein Sich-Entfernen von sich selbst.
Alles was Pflicht heißt, steht niedriger als wir denken. Alles was Liebe heißt, steht höher als wir denken.
Alle unsere Liebe muss Sehnsucht nach Liebe bleiben. Sobald sie mehr wird, hört sie auf, denn alle unsere Erfüllungen sind nur Sehnsuchten.
Ein In-sich-aufnehmen ist die Liebe, und also ein Untergang.
Wir gehen einer Liebe nach, die unser Herz längst aufgegeben hat.
Sollst du dich dem Leben opfern, indem du es bejahst? Nein, es soll sich dir opfern. Das Leben soll dich bejahen.
Man muss, damit überhaupt geistiges Leben möglich ist, irgendeinem Ziele zustreben.
In mir leben alle Toten der Erde weiter, ohne aus den Gräbern zu steigen.
Ich existiere nicht in anderen, aber andere existieren in mir.
Wer noch nicht seine eigene Existenz angezweifelt hat, wird nie etwas von ihr wissen.
Geliebter sein heißt nur sich wollen. Freund sein heißt im anderen sich wollen.