Paul Steinmüller (1870–1940)

32 Sprüche Realismus

Auch das Göttliche hat sein Schicksal, und das heißt: einsam sein unter den Menschen.

Steinmüller, Die Rhapsodien vom verlorenen Königreich, o.J. (um 1920)

Überall ist ein Stein im Weg, an dem die Vorübergehenden eine Hemmung finden. Sie nennen es nicht "den Stein im Weg", sie nennen es schonend "Schicksal".

Steinmüller, Rhapsodien vom wahren Frieden, o.J. (um 1940)

Man murrt über ein Schicksal nicht, man trägt es; man schilt auch nicht über seine Lebensaufgabe, man löst sie.

Steinmüller, Rhapsodien vom wahren Frieden, o.J. (um 1940)

Die Lebensfrohen haben es eilig, die Welkenden abzustoßen und was krank scheint fallen zu lassen wie lässige Hände eine welke Blume.

Steinmüller, Die Rhapsodien vom verlorenen Königreich, o.J. (um 1920)

Altsein ist auch ein Glück für den, der reifte.

Steinmüller, Die Rhapsodien vom verlorenen Königreich, o.J. (um 1920)

Seltsam ist es, wie der Mensch in der Rückschau des Alters hellsichtig wird.

Steinmüller, Rhapsodien vom wahren Frieden, o.J. (um 1940)

Wo die Wesenlosen lärmen, schweigt das Leben.

Steinmüller, Die Rhapsodien des Lebens, o.J. (um 1920)

Willst du Menschen auf ihre Echtheit prüfen, so tritt in ihr Haus.

Steinmüller, Die Rhapsodien vom verlorenen Königreich, o.J. (um 1920)

Das Leben drückt jedem seine Prägung auf, und was wir lieben, das werden wir sein.

Steinmüller, Die Rhapsodien vom verlorenen Königreich, o.J. (um 1920)

Wer lotet nach Tiefen, wo er schlechten Grund vermutet?

Steinmüller, Alltägliches im Licht, 1923

Es gibt Menschen, die von außen nach innen leben; sie saugen alles um sich her auf. Und es gibt Menschen, die von innen nach außen leben; die haben nicht Erbarmen mit sich selbst, sondern sie leben im Dienst für andere.

Steinmüller, Rhapsodien vom wahren Frieden, o.J. (um 1940)