Paula Modersohn-Becker (1876–1907)

10 Sprüche Realismus

Ich glaube, mein Glück besteht in der Hoffnung auf das Erfülltwerden meiner Wünsche.

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Darf Liebe nehmen?

Modersohn-Becker, Briefe. An Clara Westhoff, undatiert, etwa 1901, Worpswede

Fordert das denn die Liebe, daß man werde wie der andere? Nein und tausendfach nein. Ist nicht dadurch der Bund zweier starker Menschen so reich und so allbeglückend, daß beide herrschen und beide dienen in Schlichtheit und Friede und Freude und stiller Genügsamkeit?

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Der Abend leget warme hernieder seine Arme und wo die Erde zu Ende da ruhen seine Hände… Die Mücklein summen leise in ihrer hellen Weise und alle Wesen beben und singen leis vom Leben… Es ist nicht groß, es ist nicht breit, s’ ist eine kleine Spanne Zeit und lange währt die Ewigkeit…

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Das Leben ist ein Wunder. Es kommt über mich, daß ich oftmals die Augen schließen muß.

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Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist?

Modersohn-Becker, Tagebuchblätter. 26. Juli 1900

Ich lege meinen Kopf in deinen Schoß, aus welchem ich hervorgegangen bin, und danke dir für mein Leben. Dein Kind.

Modersohn-Becker, Briefe. An ihre Mutter, am 19. Januar 1906

Man fühlt in der Ehe doppelt das Unverstandensein, weil das ganze frühere Leben darauf hinausging, ein Wesen zu finden, das versteht. Und ist es vielleicht nicht doch besser ohne Illusion? Aug' in Auge einer großen einsamen Wahrheit? - Dies schreibe ich in mein Küchenhaushaltebuch am Ostersonntag 1902, sitze in meiner Küche und koche Kalbsbraten.

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O heil'ger Geist zieh bei mir ein Und laß mich deine Wohnung sein Zu steter Freud und Wonne.

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Das Herumdoktern an sich hat keinen Zweck. Man gehe gerade und einfach seinen Weg. Ich halte mich für gut von Natur, und sollte ich dann und wann etwas Schlechtes tun, so ist das auch natürlich.

Modersohn-Becker, Briefe. An ihre Schwester, 12. August 1906