Abbild Seele meines Weibes wie zartes Silber bist du. Zwei flinke Fittiche weißer Möwen Deine beiden Füße. Und dir im lieben Blut auf Steigt ein blauer Hauch Und sind die Dinge darin Alle ein Wunder.
Das Geschäftige kann eine Gefahr für die Liebe sein: es führt zur Vernachlässigung und fordert eine gewisse Roheit.
Ich sende dir die bleichen Veilchen: Ihr Duft und ihre Farbe schwanden. Sie blühten nur ein kleines Weilchen. Nur sind Gestalt und Namen noch vorhanden! So ragt dir recht in Herzensmitten gespenstisch nur und trübe die Liebe auf, die ausgelitten: Kein Kuß, kein Lächeln, und noch immerLiebe.
Liebe: zwei im Fliegen zu neuem Leben Geeinte.
Das Leben ist ein Gewebe. Nimm etwas hinweg, und es ist kein Halt mehr. Es ribbelt sich auf bis zu Ende.
Bunt ist das Leben angelegt und der Mensch strebt aus allen Kräften, es eintönig zu machen, Charakter hineinzubringen: ausgebleichte Astern!
Man kann ausschließlich – einschließlich – mit den Schattenseiten des Lebens zu tun haben, und doch drängt man sich zum Licht, wenn welches da ist. Wie ein kindlich scheues Blumenköpfchen zur Sonne sich wendet.
Und fürwahr: der verliert sehr viel von diesem schönen Leben, der nicht bisweilen eine glückliche Dummheit wagt. Das Leben ist sehr traurig, wenn es nur vernünftig ist.
Der Humor ist der Modelleur der Welt.
Der Schweiß ist die Träne der Arbeit.
Arbeiten ist bei sich selbst sein.
Deutliche Aussprache des Schwierigen gibt Geistesgegenwart.
Die Religion ist der Anker des Lebens.
Religion: Das Falsche, was recht scheint, und das Rechte, was falsch scheint.
Katechismus! Eine gelehrte Religion ist an sich verdächtig.
Hier aber habe ich vor mir das schönste Werk, die erlesenste Aufgabe, die nur irgend jemand haben kann. Denn das Eine, das Allergrößte, das ist immer in seiner schwindelnden Höhe wie unmöglich. Nämlich ein Kind zu bilden.
Nur nicht Erziehung im alten Sinne, die eigentlich Verziehung ist, Verzerrung sogar.
Die Ehe kann niemals eine Republik sein. Nur Selbstherrschertum auf der einen oder auf der anderen Seite. Kraft auf seiten des Mannes oder auf seiten des Weibes.
Gottesfurcht ist Gotteslästerung.
Was für eine starke Natur muß Gott haben, daß er die Geister aller Welten ertragen kann, die von ihm zehren.