Peter Hille (1854–1904)

24 Sprüche Realismus

Abbild Seele meines Weibes wie zartes Silber bist du. Zwei flinke Fittiche weißer Möwen Deine beiden Füße. Und dir im lieben Blut auf Steigt ein blauer Hauch Und sind die Dinge darin Alle ein Wunder.

Hille, Blätter vom fünfzigjährigen Baum, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 1, hg. von seinen Freunden, 1904 (posthum)

Das Geschäftige kann eine Gefahr für die Liebe sein: es führt zur Vernachlässigung und fordert eine gewisse Roheit.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Ich sende dir die bleichen Veilchen: Ihr Duft und ihre Farbe schwanden. Sie blühten nur ein kleines Weilchen. Nur sind Gestalt und Namen noch vorhanden! So ragt dir recht in Herzensmitten gespenstisch nur und trübe die Liebe auf, die ausgelitten: Kein Kuß, kein Lächeln, und noch immerLiebe.

Hille, Aus dem Heiligtum der Schönheit, hg. von Fritz Droop 1909 (posthum)

Liebe: zwei im Fliegen zu neuem Leben Geeinte.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Heute, wie zu allen Zeiten? Oben schwammen auf die Zweiten.

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Das Leben ist ein Gewebe. Nimm etwas hinweg, und es ist kein Halt mehr. Es ribbelt sich auf bis zu Ende.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Bunt ist das Leben angelegt und der Mensch strebt aus allen Kräften, es eintönig zu machen, Charakter hineinzubringen: ausgebleichte Astern!

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Man kann ausschließlich – einschließlich – mit den Schattenseiten des Lebens zu tun haben, und doch drängt man sich zum Licht, wenn welches da ist. Wie ein kindlich scheues Blumenköpfchen zur Sonne sich wendet.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Und fürwahr: der verliert sehr viel von diesem schönen Leben, der nicht bisweilen eine glückliche Dummheit wagt. Das Leben ist sehr traurig, wenn es nur vernünftig ist.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Der Humor ist der Modelleur der Welt.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Der Schweiß ist die Träne der Arbeit.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Arbeiten ist bei sich selbst sein.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Deutliche Aussprache des Schwierigen gibt Geistesgegenwart.

Hille, Ich bin, also ist Schönheit, 1975 (posthum). Die Sprache

Die Religion ist der Anker des Lebens.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Religion: Das Falsche, was recht scheint, und das Rechte, was falsch scheint.

Hille, Ich bin, also ist Schönheit, 1975 (posthum). Aphorismen, verstreut und aus dem Nachlaß

Katechismus! Eine gelehrte Religion ist an sich verdächtig.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Hier aber habe ich vor mir das schönste Werk, die erlesenste Aufgabe, die nur irgend jemand haben kann. Denn das Eine, das Allergrößte, das ist immer in seiner schwindelnden Höhe wie unmöglich. Nämlich ein Kind zu bilden.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Nur nicht Erziehung im alten Sinne, die eigentlich Verziehung ist, Verzerrung sogar.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum). Das Recht der Kindheit. Ein Mahnwort

Die Ehe kann niemals eine Republik sein. Nur Selbstherrschertum auf der einen oder auf der anderen Seite. Kraft auf seiten des Mannes oder auf seiten des Weibes.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Gottesfurcht ist Gotteslästerung.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Was für eine starke Natur muß Gott haben, daß er die Geister aller Welten ertragen kann, die von ihm zehren.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)