Pierre Choderlos de Laclos (1741–1803)

20 Sprüche Aufklärung

Der Mann genießt das Glück, das er empfindet, die Frau das Glück, das sie verschafft.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Sie besitzen und Sie verlieren, das heißt einen Augenblick Glück mit einer Ewigkeit Sehnsucht erkaufen.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Was Ihr das Glück nennt, ist nur ein Aufruhr der Sinne, ein Sturm der Leidenschaften, dessen Anblick erschreckend ist selbst vom sicheren Ufer aus.  O, wie sollte man diesen Stürmen Trotz bieten? Wie das Wagnis eingehen, sich einzuschiffen auf ein Meer bedeckt mit tausend und abertausend Trümmern von Schiffbrüchigen?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Die Liebe, die uns immer als die Ursache unserer Lust dargestellt wird, ist meistens nur ihr Vorwand.

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Um in der Liebe schnell voranzukommen ist es besser, zu reden als zu schreiben.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Der schönste Augenblick einer Frau, der einzige, da sie jene Trunkenheit der Seele zu erwecken vermag, von der man immer spricht und die man so selten erfährt ist, da man ihrer Liebe sicher ist, aber nicht ihrer Gunst.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Besinnt Ihr Euch nicht mehr darauf, daß die Liebe, wie die Heilkunde, nichts anderes ist als die Kunst, der Natur nachzuhelfen?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

… denn ohne Unsinn keine Zärtlichkeit, und das ist, glaube ich, der Grund dafür, daß die Frauen uns in den Liebesbriefen so überlegen sind.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

… daß in der Liebe nichts so schwierig ist, wie das zu schreiben, was man nicht fühlt.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Aber wo wäre denn Glück zu finden, wenn nicht eine beiderseitige Liebe es einem verschafft? Zärtliche Freundschaft, süßes Vertrauen, das einzige, das ohne Vorbehalt ist, gelinderte Pein, vermehrte Freuden, zauberische Hoffnung, köstliche Erinnerungen, wo anders als in der Liebe sollten sie zu finden sein?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Die Liebe ist ein unbedingtes Gefühl, das man mit Vorsicht vielleicht vermeiden, aber nicht besiegen kann, und das, einmal geboren, nur seines natürlichen Todes sterben kann oder an gänzlichem Mangel an Hoffnung.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Führe ich mir nochmals die Freuden der Liebe vor Augen, dann nur, um desto lebhafter den Schmerz zu empfinden, ihrer beraubt zu sein.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Bald erkannte ich, daß der Zauber der Liebe seinen Grund in den Vorzügen der Seele hat, daß nur sie allein ihren Überschwang hervorrufen und sie rechtfertigen können.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Nun wißt Ihr ja zur Genüge, daß eine Frau, die einwilligt, über Liebe zu reden, bald so weit ist, zu lieben oder sich mindestens so aufzuführen, als liebe sie.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Dieser Zauber, den man in den anderen zu finden glaubt, der existiert nur in uns, und die Liebe allein ist es, die das geliebte Wesen so verschönt.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Denn in dem Augenblick, da Ihr glaubt, ein Loblied der Liebe zu singen, was tut Ihr denn tatsächlich anderes, als mir ihre furchtbaren Stürme zu zeigen.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Was ist die Liebe denn nur, wenn sie uns sogar dazu bringt, daß wir uns nach den Gefahren zurücksehnen, denen sie uns aussetzt; wenn man vor allem fürchten muß, sie selbst dann noch zu empfinden, wenn man sie nicht mehr einflößt.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Was man auch tun mag, vor und nach dem Erfolg ist der Ton nie derselbe.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Welch staunenswerte Empfindsamkeit muß man nicht besitzen, um sie bis über seinen Ehemann zu verströmen und einen immer Abwesenden immerwährend zu lieben?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Nur selten erwirbt man Eigenschaften, die man entbehren kann.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782