Was einer sucht, das hat er nicht: nun sucht die Liebe das Schöne und Gute; also hat sie solche nicht.

Platon, Symposion (Das Gastmahl), entstanden um 380 v. Chr. Übersetzt von Arthur Schopenhauer

Der Liebende wird gegen das, was er liebt, verblendet.

Platon, Nomoi (Gesetze), entstanden um 350 v. Chr. 731e. Übersetzt von Hieronymus Müller

Wohl jeder wird zum Dichter, den die Liebe berührt, wenn er auch zuvor den Musen fremd war.

Platon, Symposion (Das Gastmahl), entstanden um 380 v. Chr. 196e. Übersetzt von Franz Susemihl (1855)

Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit.

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Es ist dies [die Liebe] die Zeugung im Schönen, dem Körper wie dem Geiste nach.

Platon, Symposion (Das Gastmahl), entstanden um 380 v. Chr. 206b. Übersetzt von Franz Susemihl (1855)

Mit Mühe endlich hatte sich Zeus etwas ersonnen und sagte: Ich glaube nun ein Mittel zu haben, wie es noch weiter Menschen geben kann, und sie doch aufhören müssen mit ihrer Ausgelassenheit, wenn sie nämlich schwächer geworden sind. Denn jetzt, sprach er, will ich sie jeden in zwei Hälften zerschneiden, so werden sie schwächer sein, und doch zugleich uns nützlicher, weil ihrer mehr geworden sind, und aufrecht sollen sie gehn auf zwei Beinen. Sollte ich aber merken, daß sie noch weiter freveln und nicht Ruhe halten wollen, so will ich sie, sprach er, noch einmal zerschneiden, und sie mögen dann auf einem Beine fortkommen wie Kreisel. Dies gesagt, zerschnitt er die Menschen in zwei Hälften, wie wenn man Früchte zerschneidet um sie einzumachen, oder wenn sie Eier mit Haaren zerschneiden. Sobald er aber einen zerschnitten hatte, befahl er dem Apollon, ihm das Gesicht und den halben Hals herumzudrehen nach dem Schnitte hin, damit der Mensch, seine Zerschnittenheit vor Augen habend, sittsamer würde, und das übrige befahl er ihm auch zu heilen. [...] Nachdem nun die Gestalt entzweigeschnitten war, sehnte sich jedes nach seiner andern Hälfte und so kamen sie zusammen, umfassten sich mit den Armen und schlangen sich in einander, und über dem Begehren zusammen zu wachsen starben sie aus Hunger und sonstiger Fahrlässigkeit, weil sie nichts getrennt von einander tun wollten. [...] Von so langem her also ist die Liebe zu einander den Menschen angeboren, um die ursprüngliche Natur wiederherzustellen, und versucht aus zweien eins zu machen und die menschliche Natur zu heilen. Jeder von uns ist also ein Stück von einem Menschen, da wir ja zerschnitten, wie die Schollen, aus einem zwei geworden sind. Also sucht nun immer jedes sein anderes Stück.

Platon, Symposion (Das Gastmahl), entstanden um 380 v. Chr. 190c-191d. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Der Liebende blickt in einen Spiegel, in dem er sein Selbst entdeckt.

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So behaupte demnach auch ich, daß unter den Göttern Eros der älteste und herrlichste und der hilfreichste ist für die Menschen zum Besitz der Tugend und Glückseligkeit im Leben und im Tode.

Platon, Symposion (Das Gastmahl), entstanden um 380 v. Chr. 180b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher (1807)

Unter den seligen Göttern allein ist Eros, wenn das zu sagen erlaubt und nicht zu vermessen ist, der Seligste, er, der Schönste und Beste.

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Dieses also mußt du bedenken, o Knabe, und die Freundschaft des Liebhabers kennenlernen, daß sie nicht wohlwollender Natur ist, sondern daß nur nach Art der Speise um der Sättigung willen, gleichwie Wölfe das Lamm, so lieben den Knaben Verliebte.

Platon, Phaidros, entstanden um 360 v. Chr. 241c+d. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher (1817)

Darum müssen die jungen Eheleute [...] Kinder erzeugen und auferziehen, indem sie wie eine Fackel das Leben von andern an andere weiterreichen [...].

Platon, Nomoi (Gesetze), entstanden um 350 v. Chr. 776b. Übersetzt von Hieronymus Müller

Das Leben ist eine kurze Verbannung.

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Diese [Dichter] sind doch gleichsam unsere Väter und Führer in der Weisheit. Sie reden aber so, dass sie sich wahrlich nicht schlecht erklären über Freunde, wer sie sind, sondern der Gott selbst, sagen sie, führe sie einander zu und mache sie zu Freunden.

Platon, Lysis, entstanden um 385 v. Chr. 214a. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher (1804)

Wertvoller als alle Güter ist ein zuverlässiger und tugendhafter Freund.

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Der Weise ist Führer und regiert, der Unwissende möge ihm folgen.

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Die Hoffnungen sind Träume der Wachenden.

Aelian, Bunte Geschichte (lat. Varia historia). 13, 28

Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.

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Sterben heißt, initiiert zu werden.

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Es gibt nichts Göttlicheres als die Erziehung; durch Erziehung wird der Mensch erst wahrhaft Mensch.

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[...] man darf daher die Erziehung nicht geringschätzen, da sie vielmehr unter den größten Gütern, welche den besten Menschen zuteil werden, den ersten Rang einnimmt.

Platon, Nomoi (Gesetze), entstanden um 350 v. Chr. 644b. Übersetzt von Franz Susemihl

Das Gemüt des Kindes muß fern von Verzärtelung, welche empfindlich, zornig und mürrisch macht, wie von zu großer Strenge, welche Kleinmut und Sklavensinn erzeugt, in einer möglichst frohen und heiteren Stimmung gehalten werden.

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