Man versteht die Reden der Berge und Täler, des Wassers und der Bäume, weil man zueinander auch nicht mehr mit Worten spricht, sondern nur mit dem Glück des Daseins als zwei kleine nebeneinander geritzte Striche in der Unendlichkeit.
Viele fröhliche Menschen sind nicht um das geringste glücklicher als traurige, denn Glück strengt genau so an wie Unglück.
Die Natur und der eigentümliche Geist der Liebenden blicken einander in die Augen, es sind das zwei Richtungen der gleichen Handlung, es ist ein Fließen in zwei Richtungen und ein Brennen von zwei Enden.
Der geliebte Mensch scheint dort zu stehen, wo sonst stets etwas fehlt.
Liebe: Gib nicht mit Unrecht dem Zustand den Namen.
Nicht wen man liebt, daß man liebt ist die Hauptsache.
Man liebt immer bloß die Stellvertreter der Richtigen. … Wenn ein Mensch zum zweiten Mal liebt, so verwechselt er zwar nicht die Personen, aber das Bild der neuen ist an vielen Stellen nur eine Übermalung von dem der alten.
Man liebt nicht nur etwas, weil es schön ist, sondern es wird auch schön, weil man es liebt.
O Meer der Liebe, von dem nur der Ertrinkende, nicht der Darüberfahrende weiß!
Das Leben baut nichts auf, wozu es nicht die Steine anderswo ausbricht.
Man kann seiner eignen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen.
Der Zug der Zeit ist ein Zug, der seine Schienen vor sich her rollt. Der Fluß der Zeit ist ein Fluß, der seine Ufer mitführt.
Der Zeitgeist schafft sich eben seine Werkzeuge.
Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit füralleszu haben, und wussten nicht, dass Zeit haben nichts anderes heißt, alskeineZeit für alles zu haben.
Die genialsten Gedanken sind nicht mehr als Veränderungen anderer genialer Gedanken und kleine Beigaben.
Sich selbst zu vergessen, ist doch dem Menschen das Gesündeste, was es gibt!
Ganz einfach gesprochen, man kann sich zu den Dingen, die einem widerfahren oder die man tut, mehr allgemein oder mehr persönlich verhalten. Man kann einen Schlag außer als Schmerz auch als Kränkung empfinden, wodurch er unerträglich wächst; aber man kann ihn auch sportlich aufnehmen, als ein Hindernis, von dem man sich weder einschüchtern noch in blinden Zorn bringen lassen darf, und dann kommt es nicht selten vor, daß man ihn überhaupt nicht bemerkt.
Und da wir doch von Schicksal gesprochen haben, es ist so, als hätte man zwei Schicksale: ein regsam-unwichtiges, das sich vollzieht, und ein reglos-wichtiges, das man nie erfährt.
… [Das] Bleigießen, welches das Schicksal mit uns veranstaltet.
Das Leben bildet eine Oberfläche, die so tut, als ob sie so sein müßte, wie sie ist, aber unter ihrer Haut treiben und drängen die Dinge.
Es ist nichts so schwer, wie mit einem Menschen in ein Schicksal verflochten zu sein, den man nicht genügend liebt!