Salomon Baer-Oberdorf (1870–1940)

19 Sprüche Realismus

Die glücklichsten Menschen sind nicht die, die erreicht haben, was sie gewollt, sondern die gewollt, was sie erreicht haben.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Es gibt kein Glück im Schweinestall.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

In der Schule des Lebens verteilt nicht der Lehrer die Plätze, sondern – das Publikum.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Wer darauf wartet, bis ich ihn rufe, ist nicht mein Freund.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Der echte Humor ist Herzblut, nicht Galle.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Die Stunde nach dem Erfolg entscheidet über den Erfolg.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Erfolg, der nicht klingt, wird leicht überhört und übersehen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Mit der Arbeit ist’s wie mit dem Beten; – wenn sie uns helfen soll – müssen wir daran glauben.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Wem die Arbeit Andacht ist, der kann sich das Beten ersparen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Ist die Biene stolz darauf, dass sie Honig bereitet? Sicher nicht.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Man soll gar nicht glauben, wie sehr Arbeit die Menschen – exklusiv macht.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Aus Erfahrung klug werden, ist oft mehr Sache des Charakters wie der Intelligenz.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Wer dankbar ist, fürchtet das Nehmen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Wer Gedanken sät, kann Taten ernten; wer Worte sät, wird Buchstaben ernten.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Wer seine Religion lobt, der hat keine.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Nicht, was wir erleben, ist unser Schicksal, sondern wie wir’s ertragen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Unglück mit Kindern beginnt meistens schon eine Generation vorher.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Ein armseliges Alter, das nichts anderes hat als seine – Erfahrungen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Alt ist jedermann von dem Tage an, da er sich nicht mehr bemüht, seine Fehler abzulegen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909