Ewig! Aus tausend Knospen bricht die Kunde: Es ist nur Täuschung aller Tod! So klingt es schmetternd in der Runde, So spricht das gold'ne Morgenroth. Wir stehen unter Blütenbäumen – Mit Jubel denk' ich's, daß du mein, Und rufe laut in sel'gen Träumen: O dieses Glück muß ewig sein! Da fallen welke Blüten nieder, Es schauert leis der Lenz im Wind: Ja, ewig! sagst du lächelnd wieder Und blickst auf unser spielend Kind.
Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878. Originaltext
Nach der Erfüllung Das Schönste bleibt doch stets das Sehnen, Der Liebe erste Werdezeit, Das bange Zagen, süße Wähnen, Die stille Traumesseligkeit. Denn was du damals vorempfunden, Die Brust vom Himmelsglanz erhellt, Das bringt, wieviel du auch gefunden, Dir später kein Besitz der Welt.
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