Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere (1741–1796)

34 Sprüche Aufklärung

Ein großes Glück ist eine Posaune der Ewigkeit, und sollte jeden Menschen aufmerksam machen.

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Die Liebe ist der Hauptschlüssel, der alles beim Menschen aufschließt.

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Was du recht liebst, ist nicht das, was du siehest, sondern das, was du nicht siehest: das Bild, das du dir von dem Gegenstande deiner Liebe abziehst [...].

Hippel, Kreuz- und Querzüge des Ritters A bis Z, 1793-94

Liebe muß Widerstand haben. Ohne Hindernis keine Liebe.

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Die Liebe ist der Stimmhammer des Herzens und setzt dem Ehrgeize und jedem anderen Geize oder Laster Ziel und Maß.

Hippel, Über die Ehe, 1774 (mehrfach erweiterte und veränderte Auflagen bis 1793)

Ist's denn Sünde, so zu lieben, als wir? und liebt nicht Gott unsere Liebe?

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81. Erster Teil. Sie an Ihn

Die Liebe macht gleichgültig gegen Ruhm und Glanz, allein gegen die Menschlichkeit nicht.

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81

Die Liebe ist stark Getränk für die Seele. Sie betrinkt sich in ihr, und Verliebten geht's kein Haar besser als Leuten, die ein Gläschen über den Durst getrunken haben.

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81

Lehre und Leben müssen sich in die Hand arbeiten.

Hippel, Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, 1794

Freundschaft ist eine wechselseitige Verbindung, nach welcher einer den andern nicht verachtet, obgleich er dessen Schwächen mit Händen greifen kann.

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Freundschaft ist ein geschliffener Stahl, Dem schon ein feuchter Hauch einen Rost zuzieht.

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Falsche Freunde sind Schwalben, die nur des Sommers da sind, Sonnenuhren, die nur brauchbar sind, solange die Sonne scheint.

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81

Der Grabstein ist der wahre Stein der Weisen.

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81

Auf der richtigen Absonderung dessen, was in der Welt Mittel und Zweck ist, beruht die Weisheit. Auch alles Sinnliche ist nur Mittel und nicht Zweck.

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Der Weise tut übrigens, als sähe er bloß sich; (nach dem bekannten Sprichwort: lerne dich selbst kennen!) allein er beobachtet und beabsichtigt andere und, wo es nur angeht, die ganze Menschheit. Der Weltkluge dagegen tut, als sähe er bloß auf andere, und doch sieht er allein auf sich.

Hippel, Über die Ehe, 1774 (mehrfach erweiterte und veränderte Auflagen bis 1793)

Der Zeit kann und muß nichts vorgreifen, nicht Religion, nicht Weisheit, sie leidet es nicht; nur sie kann den Schmerz lindern.

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Mensch, dieser Augenblick ist dein, der künft'ge wird's vielleicht nicht sein.

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Sandkörner machen den Berg, Minuten das Jahr, flüchtige Gedanken ewige Taten. Haltet nichts für Kleinigkeiten.

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Der erste Gedanke ist oft der beste, und in Wahrheit, es gibt vorläufige Urtheile, die werth sind in Rahmen gefaßt zu werden.

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81. An den geneigten Leser und an den ungeneigten Kunstrichter. Originale Rechtschreibung

Ein abgebrochener Gedanke bringt andere zum Denken; ein Gedanke in seiner vollen Lebensgröße ausgedrückt, ermüdet uns mitten auf dem Weg.

Hippel, Über die Ehe, 1774 (mehrfach erweiterte und veränderte Auflagen bis 1793)

Die meisten unserer Brüder sterben gemeinhin in Fragezeichen, einige in Verwunderungszeichen, viele in Komma; wer stirbt im Punktum?

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81