Theognis von Megara
Rütteln am glücklichen Los frommt nicht: Fest musst du beharren; Rühr’ am schlimmen jedoch, bis in’s Geleis’ es du bringst.
Aber am meisten beglückt, wer, was er liebte, gewann.
Blühe, geliebtestes Herz, bald werden ja andere Menschen hier sein, aber ich selbst modern als düsterer Staub.
Lass den befreundeten Mann nie fallen ob kleinlichem Vorwand, Und nicht schenke so leicht Glauben dem schlimmen Gerücht.
Geht es mir gut, viel’ hab’ ich der Freunde dann; aber sobald mir Irgendein Leid zustößt, halten nur wenige Treu’.
Wollte dem Freund man sofort bös werden um jedes Versehen, Wäre die Freundschaft bald, bald die Verbrüderung hin.
Wer dem Erwerb nachstrebt, vor Verschwendung wohl sich in Acht nimmt, Trägt der Verständigen Lob und ihr Gefallen davon.
Hoffnung wohnt bei den Menschen als einzig tröstende Gottheit.
Hoffnung ist die einzige gute Göttin, die noch unter den Menschen weilt, die andern sind von uns fort zum Olymp geflohen; fort ist die Treue, die mächtige Göttin, fort die Besonnenheit der Männer; auch die Huldgöttinnen, Freund! haben die Erde verlassen. [...] Aber so lang einer lebet und siehet das Licht der Sonne, bleibe er, ehrfurchtsvoll gegen die Götter, der Hoffnung treu, er flehe zu den Göttern und opfere, glänzende Schenkel verbrennend, der Hoffnung zuerst und zuletzt.
Manchmal härmst du dich leidend und manchmal freust du dich handelnd: Diese Gewalt, dies Los wechselt vom Manne zum Mann.
Kein Mensch schmiedet die Fesseln sich selbst [...].
Friede regier’ in der Stadt und Reichtum, dass ich mit andern Jubele, nimmer verlangt mich nach den Plagen des Kriegs.
Der wackere Mann hegt allweil feste Gesinnung; Standhaft bleibt er im Glück ebenso, wie in der Not.