Therese Keiter (1859–1925)

52 Sprüche Realismus

Wir studieren das Leben an jenen, die wir lieben.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Es gibt kein Leben, das nur aus Siegen besteht.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910

Die Kunst des Lebens besteht hauptsächlich daraus, Niederlagen zu überwinden und auszunützen und sich niemals als besiegt zu geben.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910

Wie rettet man sich vor Menschen, deren Verkehr uns unangenehm und schädlich geworden? Man kennt sie nicht mehr.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Wer stets vor die Füße sieht, verliert den Fernblick.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Lustig sind die Leichtsinnigen, ausgelassen die Unfertigen, heiter die Resignierten.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Arbeit ist eigentlich nur das, was anderen nutzt.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Ich möchte lieber ein einziges, kleines, vollendetes Bild gemalt, als alle Bilder der Welt gesehen haben.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Die Arbeit ist die entthronte Königin der Welt.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Die Dankbarkeit der Völker ehrt nur die Toten, selten die Lebendigen.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Der gewöhnliche Mensch ist nicht dankbar.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910

Unsere Gedanken werden nicht fertig geboren, sie reifen, wie alles auf Erden, und die besten am langsamsten.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Und senkst du schon die Fackel, Thanatos? Ich fühle, wie das starke Licht sich neigt. Die Schatten fallen breiter auf den Weg. Die Stille wächst, das große Dunkel steigt.

Keiter, Tröstungen. Gedichte von M. Herbert (Therese Keiter), 1912. aus dem Gedicht "Thanatos"

Die streng erzogenen Menschen werden die Könnenden, die Wissenden, die Schaffenden.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910

Altwerden ist nur steigende Müdigkeit vor dem Schlafengehen.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Alter ist Verzicht auf Glück; glückliche gute Menschen werden innerlich nie alt.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Altern − das heißt, sich nicht mehr erneuern.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910

Die sicherste Art bei der Wahrheit zu bleiben, ist die, niemals etwas zu tun, das wir verleugnen müssten.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Die Wahrheit hat ein großes und anspruchsvolles Gefolge. Wer sie einlässt, muss auch ihre Begleiter bewirten.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Die Wahrheit ist die Heimat des Menschen − und die Heimat ist seine Wahrheit.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Besser an der Wahrheit sterben als in der Lüge leben.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)