Thomas Carlyle (1795–1881)

37 Sprüche Klassik

Die Zeit totzuschlagen ist nicht Mord, sondern Selbstmord.

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Der Mensch ist auf Hoffnung gebaut und er hat eigentlich keinen anderen Besitz als die Hoffnung. Unsere Wohnung hier heißt: die Stätte der Hoffnung.

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Die Erfahrung läßt sich ein furchtbar hohes Schuldgeld bezahlen, doch sie lehrt wie niemand sonst!

Carlyle, Einst und jetzt (Past and Present), 1843

Erfahrung ist der beste Lehrmeister. Nur das Schulgeld ist so hoch.

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Das Schicksal bezwingst du durch Gedanken. Wenn du Unglücksgedanken über Menschen und Einrichtungen hegst, so brauchst du keine Waffe anzurühren. Die Folgen kommen von selbst und unvermeidlich.

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Der Protestantismus hat zu seiner Zeit, wenn wir es recht verstehen wollen, seinen Goethe, seinen Napoleon hervorgebracht: die Deutsche Literarische und die Französische Revolution….

Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte (On Heroes, Hero-Worship, and The Heroic in History), 1841

Eine Religion kann nicht dadurch Anhänger gewinnen, daß sie den Begierden schmeichelt, sondern dadurch, daß sie das Heldenhafte, das in jedem Herzen schlummert, wachruft.

Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte (On Heroes, Hero-Worship, and The Heroic in History), 1841

Sollten irgendwann alle Planeten und Sterne untergehen, auch dann sterben wir nur ein Mal.

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Für den Menschen und für jedes Ding ist das Heute nicht Gestern. Auf den Liebesschwur von gestern folgt heute der Fluch des Hasses; nicht aus freien Stücken, gewiß nicht; aber es mußte so kommen. Möchte sich der helle Glanz der goldenen Jugend freiwillig in das düstere Dunkel des glanzlosen Alters verwandeln? Es ist furchtbar, daß wir, Söhne der Zeit, aus ihr gebildet und gewoben, so eingeschlossen und so tief versenkt in das Geheimnis der Zeit, dastehen; furchtbar, wie über uns allen und über allem, was wir haben, sehen und tun, geschrieben steht: »Ruhe nicht, verharre nicht, vorwärts, deinem Schicksal entgegen.«

Carlyle, Die französische Revolution (The French Revolution: A History), 1837. Die Tuilerien. Erstes Kapitel. Epimenides

Eine Wahrheit, die gestern noch ein unruhiges Problem war, ist heute ein Glaube geworden, der vor Verlangen nach Äußerung brennt; morgen schon hat ihn der Widerspruch zum rasenden Fanatismus aufgestachelt oder die Gleichgültigkeit zu kranker Erschlaffung abgespannt; übermorgen versinkt er in das Schweigen der Befriedigung oder der – Entsagung.

Carlyle, Die französische Revolution (The French Revolution: A History), 1837

Der Mann der Wahrheit, sei er ein Künstler oder ein Handwerker, arbeitet in der Endlichkeit des Bekannten, der Charlatan in der Unendlichkeit des Unbekannten.

Carlyle, Graf Cagliostro (Count Cagliostro), 1833

Große Seelen fühlen immer edelmütige Unterwerfung, Verehrung gegen das, was über ihnen ist; nur kleine, niedrige Seelen fühlen anders.

Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte (On Heroes, Hero-Worship, and The Heroic in History), 1841

Eine Menschenseele, in der auch nur ein Ton der ewigen Melodie erklingt, kann sich auf die Dauer nicht mit armen, äußeren, flüchtigen Klängen und Mißklängen zufrieden geben, sie muß in die Tiefe und in die Höhe dringen und die ewige Heimat suchen.

Carlyle, The life of John Sterling, 1851

Eine ehrliche, wahre, geduldige, tapfere Seele muß man haben: das ist es, was not tut.

Carlyle, The life of John Sterling, 1851

Es gibt kein widerlicheres Schauspiel unter dem Himmel als zwei Menschen, die zähneknirschend und zornfunkelnd einander ins Fleisch hacken und kostbare, lebensstrotzende Körper, ja, unschätzbare lebendige Seelen in eine unnennbare, verwesende Masse verwandeln, die man nur noch zum Düngen von Rübenfeldern verwenden kann.

Carlyle, Vergangenheit und Gegenwart (Past and Present), 1843

Mache einen anständigen Menschen aus dir, und du kannst sicher sein, daß ein Schuft weniger auf der Welt ist.

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