Volksweise

7 Sprüche

Wenn ich ein Vöglein wär Und auch zwei Flügel hätt', Flög ich zu dir; Weil's aber nicht kann sein, Bleib ich allhier. Bin ich gleich weit von dir, Bin doch im Schlaf bei dir, Und red' mit dir: Wenn ich erwachen tu, Bin ich allein. Es vergeht keine Stund' in der Nacht, Da mein Herze nicht erwacht, Und an dich denkt, Daß du mir viel tausendmal Dein Herz geschenkt.

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Heimliche Liebe Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß, als heimliche Liebe, von der niemand weiß. Keine Rose, keine Nelke kann blühen so schön, als wenn zwei verliebte Seelen beieinander tun stehn. Setze du mir einen Spiegel ins Herze hinein, damit du kannst sehen, wie so treu ich es mein.

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Erste Liebe Als Freunde lernten wir uns kennen, ja kennen für ganz kurze Zeit, bald mußten wir uns wieder trennen, vielleicht in alle Ewigkeit: Ja, ich fühl es tief in mir, glücklich war ich nur bei dir. Die erste Liebe kommt von Herzen, die zweite brennt nicht mehr so heiß; o glücklich ist ein jedes Mädchen, das nichts von solcher Liebe weiß. Ja, ich fühl es tief in mir, glücklich war ich nur bei dir. Und sollte Gott das Schicksal lenken, daß wir uns niemals wiedersehn, so will ich deiner stets gedenken und beten für dein Wohlergehn. So leb denn wohl, vergiß nicht mein, einmal muß doch geschieden sein.

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O bleib bei mir Wie die Blümlein draußen zittern in der Abendlüfte Wehn, und du willst mirs Herz verbittern, und du willst von mir nun gehn: O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort. Hab geliebet dich ohne Ende, hab dir nie was Leids getan, und du drückst mir stumm die Hände und du fängst zu weinen an: O weine nicht, o geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort. Ach, da draußen in der Ferne sind die Menschen nicht so gut, und ich gäb für dich so gerne all mein Leben, all mein Gut. O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort.

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Je höher der Kirchturm, desto schöner das Geläute. Und je weiter zum Dirndl, desto größer die Freude. Je tiefer das Wasser, desto weißer die Fisch, je weiter mein Schätzel, desto lieber mir's ist. Daß es im Walde dunkel ist, das macht ja das Holz, daß mir mein Schätzel untreu ist, das macht ja sein Stolz. Zwei schneeweiße Tauben fliegen über mein Haus; der Schatz, wo mir bestimmt ist, der bleibt mir nit aus. Je dunkler die Nacht, desto heller die Stern; je heimlicher die Lieb ist, desto mehr hab ich sie gern.

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Wahre Freundschaft Wahre Freundschaft soll nicht wanken, wenn man gleich entfernet ist, weil man doch in den Gedanken, die entfernte Freundschaft küßt. Keine Ader soll mir schlagen, wo ich nicht an dich gedacht, für dich werde ich Liebe tragen bis in tiefe Todesnacht. Wenn der Mühlstein trägt einst Reben und daraus fließt süßer Wein, wenn der Tod mir nimmt das Leben, hör ich auf, dein Freund zu sein.

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Wenn die Hoffnung nicht wär, so lebt ich nicht mehr, denn die Hoffnung allein kann lindern die Pein. Und wie ging es denn hin, und wie ging es denn her, wenn die Hoffnung nicht wär! Wenn Sturm und auch Wind den Schiffsmann greift an, und so denkt er dabei, daß die Hoffnung noch sei. Und wie ging es denn hin, und wie ging es denn her, wenn die Hoffnung nicht wär!

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