Fortuna lächelt; doch sie mag nur ungern voll beglücken; schenkt sie uns einen Sommertag, schenkt sie uns auch Mücken.
Glückspilz Geboren ward er ohne Wehen Bei Leuten, die mit Geld versehen. Er schwänzt die Schule, lernt nicht viel, Hat Glück bei Weibern und im Spiel, Nimmt eine Frau sich, eine schöne, Erzeugt mit ihr zwei kluge Söhne, Hat Appetit, kriegt einen Bauch, Und einen Orden kriegt er auch, Und stirbt, nachdem er aufgespeichert Ein paar Milliönchen, hochbetagt; Obgleich ein jeder weiß und sagt: Er war mit Dummerjahn geräuchert!
Fehlgeschossen Fritz war ein kecker Junge Und sehr geläufig mit der Zunge. Einstmals ist er beim Ährenlesen Draußen im Felde gewesen, Wo die Weizengarben, je zu zehn, Wie Häuslein in der Reihe stehn. Ein Wetter zog herauf. Da heißt es: Lauf! Und flink wie ein Mäuslein Schlüpft er ins nächste Halmenhäuslein. Krach! - Potztausend nochmal! Dicht daneben zündet der Wetterstrahl. Ätsch, rief der Junge, der nicht bange, Und streckt die Zunge aus, die lange: Fehlgeschossen, Herr Blitz! Hier saß der Fritz!
Ein Narr hat Glück in Masse, wer klug, hat selten Schwein.
Wie verstehen Sie das Glück?Irrlicht.
Als Antwort auf die Frage: Definieren Sie die Liebe? – Sehnsucht, unbewußt zu zweit ein drittes zu bilden, was vielleicht besser ist als man selbst.
Man sieht, daß es Spektakel gibt, wenn man sich durcheinander liebt.
Summa summarum Sag, wie wär es, alter Schragen, Wenn du mal die Brille putztest, Um ein wenig nachzuschlagen, Wie du deine Zeit benutztest. Oft wohl hätten dich so gerne Weiche Arme warm gebettet; Doch du standest kühl von ferne, Unbewegt, wie angekettet. Oft wohl kam's, daß du die schöne Zeit vergrimmtest und vergrolltest, Nur weil diese oder jene Nicht gewollt, so wie du wolltest. Demnach hast du dich vergebens Meistenteils herumgetrieben; Denn die Summe unsres Lebens Sind die Stunden, wo wir lieben.
Das Schönste aber hier auf Erden ist lieben und geliebt zu werden.
Seine Liebe war ewig. Als seine Frau starb, nahm er sich eine andere.
Liebe sagt man schön und richtig, ist ein Ding, was äußerst wichtig. Nicht nur zieht man in Betracht, was man selber damit macht. Nein, man ist in solchen Sachen auch gespannt, was andre machen.
Geliebter Franz! Du weißt es ja, Dein bin ich ganz!
Und die Liebe per Distanz, kurz gesagt, mißfällt mir ganz.
Liebe ist der Inbegriff – auf das andere pfeife ich.
Stammbuchvers (2) Wo du bist und wo ich sei, Ferneweg und nahebei – Überall und auch indessen Werd' ich deiner nicht vergessen. Dein gedenk' ich, still erfreut, Selbsten in der Einsamkeit – Ja, im dicksten Publikum Schwebt mein Geist um dich herum.
Ein Irrtum, welcher sehr verbreitet Und manchen Jüngling irreleitet, Ist der: daß Liebe eine Sache, Die immer viel Vergnügen mache.
Ratsam ist und bleibt es immer Für ein junges Frauenzimmer, Einen Mann sich zu erwählen Und womöglich zu vermählen.
Raum ist in der kleinsten Hütte Für ein einzig liebend Paar. Nur für Karoline Schütte Und für mich ist das nicht wahr.
Ferne Berge seh ich glühen! Unruhvoller Wandersinn! Morgen will ich weiterziehen, Weiß der Teufel, wohin? Ja, ich will mich nur bereiten, Will – was hält mich nur zurück? Nichts wie dumme Kleinigkeiten! Zum Exempel, Dein Blick!