Wilhelm Heinrich von Riehl (1823–1897)

11 Sprüche Romantik

Dem Humor soll auch allzeit im Umgange glaubensvoller Menschen sein volles Recht gewahrt sein, wenn er nur eben auf dem Grunde eines guten Gewissens mit Gott steht.

Patzner (Hg.), Pädagogische Goldkörner, gesammelt von Karl G. E. Patzner, 1891 (EA: 1886)

Die empfindlichste Ungleichheit der Arbeit ist eine bloß eingebildete, nämlich die ungleiche Ehre der Arbeit.

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Das Haus ist die Zitadelle der Sitte.

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Das Leben in der Familie ist das beste Schutzmittel vor allen sozialen Verirrungen, und wenn diese jetzt so übermächtig allwärts emporwuchern, so ist dies das sicherste Zeichen, daß das Heiligtum des Hauses gar vielfach zertrümmert sein muß.

Riehl, Die bürgerliche Gesellschaft, 1851

Es ist beileibe nicht gesagt, daß jeder sich verheiraten sollte; aber einer Familie angehören, in einem Hause, zum mindesten in einer familienartigen Gemeinschaft, das sollte ein jeder.

Riehl, Die Familie, 1855

Jedes Zeitalter findet ein paar große Wahrheiten, ein paar allgemeine Sätze, mit denen es sich seine eigene Welt erobert.

Riehl, Die bürgerliche Gesellschaft, 1851

Jedes Zeitalter hat sein eigenes Gespenst, und unter Zittern und Zähneklappern vor demselben erziehen sich die Völker.

Riehl, Die bürgerliche Gesellschaft, 1851

Man schaue auf die Zeichen der Zeit.

Riehl, Die bürgerliche Gesellschaft, 1851

Die größten Taten der Gedanken wurden vollbracht, in dem die Denker zu entschleiern suchten – was ewig ein Geheimnis bleiben wird.

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Der Mann gibt dem Hause und der Familie Namen und äußere Gestaltung; er vertritt das Haus nach außen. Durch die Frau aber werden die Sitten des Hauses erst lebendig; so haucht sie in der Tat dem Hause den Odem des Lebens ein.

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Nicht bloß im Wein ist Wahrheit – auch in der Poesie.

Riehl, Die bürgerliche Gesellschaft, 1851