Wilhelm Heinse (1746–1803)

16 Sprüche Aufklärung

Das Glück kann man nicht machen, man muß es annehmen wie es kommt, aber mit Verstand brauchen.

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Glück und Unglück auf der Welt. Wenn man immer wüßte, was Glück und Unglück wäre!

Heinse, Aus Briefen, Werken, Tagebüchern, hg. von Richard Benz, Stuttgart 1958

Liebe kritisiert nie – sie nimmt das Gute, wie's kömmt, und entschuldigt das Böse ohne Vorbedacht.

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Leben und Tod; daraus ist alles zusammengesetzt.

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Das Leben zehrt den Tod auf, und nicht der Tod das Leben.

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Das allgemeine Leben ist Gott oder die Natur, wie du's nennen willst.

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Das Leben ist etwas Flüssiges. Es ist also kein Wunder, daß sich die Menschen täglich, stündlich, ja augenblicklich verändern. Wenn wir jemanden im höchsten Grad seiner Liebe für uns in Marmor verwandeln könnten! Aber wer wollt es aushalten? Drum laßt's gehn, wie es geht, und schickt euch so gut drein, als ihr könnt.

Heinse, Aus Briefen, Werken, Tagebüchern, hg. von Richard Benz, Stuttgart 1958. IV. Das Spiel des Wesens. Originaltext

Je mehr man das Weltall und seine Verbindungen damit kennt, desto vortrefflicher die Religion.

Heinse, Ardinghello und die glückseligen Inseln, 1787

Ich habe meinem Schicksal folgen müssen wie ein Bach, der sich vom Felsen stürzt, der anziehenden Kraft.

Heinse, Aus Briefen, Werken, Tagebüchern, hg. von Richard Benz, Stuttgart 1958. I. Ich – Natur und Welt

Die gute Erziehung ist, dem Körper und der Seele alle Schönheit und Vollkommenheit zu geben, deren sie fähig sind.

Heinse, Aphorismen, 1774-1803, Erstdruck in Sämmtliche Werke, Bd. 8: 1-3, 1924-25

Gott ist für diejenigen, die an ihn glauben, weiter nichts, als ihnen alle unbekannten Ursachen.

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Wer nicht sagt, was er für wahr hält, ist entweder ein Heuchler oder ein Feiger oder ein gebrechlicher Mensch. Wer den Star stechen will, muß können sehend machen und den Leuten beweisen, daß Sehen besser sei als Blindsein.

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Gewalt und Druck über sich macht gewiß weniger Elend als Leere, innere Leerheit.

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Jede Gegend nimmt mit der Zeit die Seelen ihrer Einwohner an sich.

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Das erste und heftigste Verlangen der Seele, welches sie nie verläßt, ist Neuheit, und dann Durchschauung, und endlich Vollkommenheit oder Zerstörung der Dinge.

Heinse, Aus Briefen, Werken, Tagebüchern, hg. von Richard Benz, Stuttgart 1958. IV. Das Spiel des Wesens

Die höchste Weisheit der Schöpfung ist vielleicht, daß alles in der Natur seine Feinde hat; dies regt das Leben auf! Sterben ist nur ein scheinbares Aufhören und kömmt beim Ganzen wenig in Betrachtung. Alles, was atmet, und wenn es auch Nestor wird, ist ohnedies in einer kurzen Reihe von Tagen nicht mehr dasselbe.

Heinse, Ardinghello und die glückseligen Inseln, 1787. Originaltext