Wilhelm Vogel

89 Sprüche

Das mächtigste Zauberwort für Mann wie Weib heißt Liebe.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Liebe ohne Seele … ist ein Zeitvertreib, der früher oder später in Überdruß endet … aber die Seele im Blute der Liebe bindet über das Grab hinaus.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Was die Freundschaft von der Liebe scheidet, ist der Egoismus, ohne welchen die letztere zu leben aufhört.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Die Frau muss die Stärkere sein, wenn es die Seelenreinheit der Liebe gilt. Der Mann, wenn er liebt, ist zu schwach, um sich nicht zu allen Pflichten niederreißender Leidenschaft hinreißen zu lassen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wer achtlos die Liebe von sich stößt, den meidet sie fürs ganze Leben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wir vergessen immer, dass ein jeder Tag uns dem Ende um einen Schritt näher bringt.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Jeder lebt sein Leben – auch wenn es verpfuscht ist.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Den Ernst des Lebens verspüren die meisten erst dann, wenn ihnen die heiteren, frohen Stunden für immer entrückt sind.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Man kann in verschiedenen Welten leben … aber nur einer gehören.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Jedes scheidende Jahr bringt dich unweigerlich eine Stufe dem Ende näher, es soll dich aber auch eine Stufe höher getragen haben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Das Leben gleicht einem Strome, dessen Ursprung wir nie ergründen und dessen mündenden Wassern wir nicht in die unbekannten Regionen, wo sie dem Meere des ewigen Seins zufließen, folgen können.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Das Leben hat höhere Werte auszutauschen wie die Befriedigung niedrigster Triebe.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wir alle fühlen die Komödie, die wir im Leben spielen, kritisieren, bemäkeln und verspotten sie … und machen sie doch ausnahmslos mit.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Manche Menschen haben angstvoll ihren Auftritt vor Augen. Sie denken immerzu an ihre Scene... dabei ist der Abgang viel schwieriger. Hier den richtigen Zeitpunkt nicht zu versäumen, ist wichtig ... viel wichtiger als der Auftritt.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Viele müssen das Leben erst zu leben anfangen, wenn sie glauben, mit ihm abgeschlossen zu haben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Das Leben will errungen, nicht erbetet sein.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Nichts straft mehr Lügen im Leben wie das Leben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Man kann nicht aller Menschen Freund sein – es sei denn ohne Charakter, indem man seine Persönlichkeit völlig aufgibt.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Der steht am besten mit seinen Freunden, der auf ihre Hilfe nicht angewiesen ist.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Ohne grausamen oder herzlosen Charakters zu sein, schmeichelt es uns doch, wenn gewisse Personen, denen wir nahe stehen, um uns leiden.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Bei manchen Menschen ist selbst die Kameradschaft mit Lügen gepflastert.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946