Wilhelm Weber-Brauns

48 Sprüche

Ernten ohne zu säen, das ist das Glückloseste auf der Welt; man wird satt dabei, aber immer hungriger auf das Glück. Und das Glück liegt im Säen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Mancher wartet auf das Glück wie auf das perpetuum mobile.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Über das Glück und die Liebe muß man sich klar sein, sonst sind sie nicht zu erkennen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Die meisten Menschen werden deshalb nicht glücklich sein, weil sie das Gute als berechtigte Forderung hinnehmen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Einen schöneren Widerhall als den des Glückspendens kenne ich nicht.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Glück ist vielleicht der Augenblick, wo man die Schönheit des Lebens genießt und würdigend anerkennt.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Derjenige trägt das Glück in sich, welcher das Gute anerkennt und es nicht für selbstverständlich hinnimmt.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Selbst der Unbedeutendste hätte täglich die Pflicht, das Glück anzuerkennen; leider hat er keine Zeit.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Es ist nichts Leichtes, Glück zu spenden und gleichzeitig selbst nichts zu entbehren.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Weil das Glück nur im Erkennen liegt, deshalb brauchst du nicht darauf zu warten. Es kommt auch nicht zu dir, denn es ist da; du brauchst es nur an dir zu suchen; es ist nicht rauschend und überwältigend, nein, ganz zart und weich; ganz ruhig begleitet es dich.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Ein Leben ohne Glauben an das Glück ist überhaupt kein Leben; das ist nur ein Vegetieren.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wir schwimmen dahin, in stetem Haschen nach dem Glück, und wir haben es nur deshalb nicht, weil es stets durch die engen Maschen unseres Netzes entwischt.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Das Glück ist nur für bescheidenen Menschen bestimmt, darum warten die Unverschämten auch ihr ganzes Leben darauf.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Man tritt nichts so sehr mit Füßen wie das Glück.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Über das Glück kann nur der schreiben, welcher wirklich glücklich ist.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Um das wahre Glück zu erkennen, musst du eine besondere Brille haben, und diese trägt den Namen "Bescheidenheit".

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wie oft geht man wohl an seinem Glück vorüber, ohne es zu entdecken?

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Das Glück liegt auf der Straße und überall; nur die meisten können es nicht erkennen und gehen arglos an ihm vorüber, treten es sogar mit Füßen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Dass manche Leute behaupten, noch nie vom Glück betroffen zu sein, ist ein Zeichen ihrer Unverschämtheit oder Dummheit.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Manche Liebe, die dir entgegengebracht wird, entspringt aus der Fantasie des Anbeters und ist zumeist unverdient.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Mancher erhält deshalb mehr Liebe, weil er überschätzt wird.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919