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26202 Sprüche gefunden

Letzte Liebe Schon ist der Tag uns im Verglühen, In letzter Schönheit prangt dein Leib; Der Herzen allerletztes Blühen Ist unser Glück, geliebtes Weib! D'rum laß – o laß die Zeit uns frommen, Und keine Stunde sei versäumt; Von Wonne sei die Nacht durchglommen, Und dann der Morgen hold verträumt. Und jede Freude dieses Lebens Soll noch durch uns're Seele geh'n; Wir wollen sie, entzückten Bebens, Noch ganz genießen und versteh'n. Mag auch der Himmel leise nachten, Und hält er seinen Blitz gezückt – Wir wollen nimmer es beachten, Wie nahe das Verhängniß rückt. Und sterben laßt uns lebenstrunken, Ist der Vernichtung Stunde da, Wie einst im Tode hingesunken Antonius und Cleopatra!

Saar, Gedichte, 1888 (EA: 1882). Aus dem Tagebuch der Liebe. Originaltext

Wie viel Nebel sind von meinen Augen gefallen, und doch bist du nicht aus meinem Herzen gewichen, alles belebende Liebe! Die du mit der Wahrheit wohnst, ob sie gleich sagen, du seist lichtscheu und entfliehend im Nebel.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Aus Goethes Brieftasche. II. Dritte Wallfahrt nach Erwins Grabe im Juli 1775. Vorbereitung

Alle Herzen sind zu fühlen geschaffen, und alle Vergnügungen scheinen gemacht zu seyn, der Seele Liebe einzuflößen.

Ehrmann, Philosophie eines Weibs. Von einer Beobachterin, 1784 (anonym)

Die Verstellung in der Liebe sieht mitunter der Wahrheit täuschend ähnlich.

Molière, Der eingebildete Kranke (Le malade imaginaire), 1673. Originaltext der Übersetzung

An Tristan Ich kann nicht schlafen mehr, Immer schüttelst du Gold über mich. Und eine Glocke ist mein Ohr, Wem vertraust du dich? So hell wie du, Blühen die Sträucher im Himmel. Engel pflücken sich dein Lächeln Und schenken es den Kindern. Die spielen Sonne damit Ja ..

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Liebesgedichte. Erstdruck: 1918

VI. Nun geht ein leiser Wind In den Gezweigen, Die weiß von Blüten sind. Der junge Tag ersteht. Die Wälder schweigen Vor Gott, der sinnend geht. Tauschwere Lanzen tief Die Halme neigen. Mir ist, ein Vogel rief –? O spiel, du Silberbirkenbaum, Auf deinen alten Geigen Ihr in den letzten Morgentraum: Sich neigen Und schweigen Kann meine Liebe kaum, Sich neigen Und schweigen –.

Marti, Der Kelch. Gedichte, Basel 1925. Birkenlieder

Ich gleite hin Ich hab mein Weh, Ich hab mein Leid, Ich fahre in Die Ewigkeit. Ich gleite hin In süßen Schatten, Ich ahne viel Die lichten Matten. Schon hör ich Spiel Wie Flötentöne; Es herzt mich schon Die ewige Schöne.

Sorge, R. J., Gedichte. Nachgelassene Gedichte, Vier Quellen Verlag, Leipzig 1925

Das Liebesbündnis schöner Seelen Knüpft oft der erste Augenblick.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767

Der Pfau gefällt dem Pfau, die ungestalte Eule Find't ihren Gatten schön, glaubt daß er lieblich heule.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767. Dritter Gesang, 10. Vers

Keine falschere Behauptung als die, jeder Mensch müsse im Leben wenigstens einmal lieben. Im Gegenteil, die wahre, die furchtbare Liebe gehört zu den größten Seltenheiten, und ihre Helden sind an den Fingern herzuzählen wie überhaupt alle Helden.

Ebner-Eschenbach, Nach dem Tode, 1881

Die Liebe [...] ist eigentlich ein Poetenmantel, den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern.

Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts, 1826. Originaltext

Und wenn ich sterben dürfte an einem Kusse von dir.

Motte Fouqué, Undine, 1811

Wie Liebesleiden und Liebesfreuden einander so anmutig gleich sehn und so innig verschwistert sind, daß keine Gewalt sie zu trennen vermag. Unter der Träne quillt das Lächeln vor, das Lächeln lockt die Träne aus ihren Kammern.

Motte Fouqué, Undine, 1811. Originaltext

Alle Menschen verlangen nach Liebe. [...] Auch das Haustier liebt es, daß man es streichelt; es steckt seine Schnauze aus dem Stalle heraus; bitte, streichle mich!

Gogol, Die toten Seelen oder Tschitschikows Abenteuer, 1842 (1. Teil) bzw. 1855 (2. Teil, Fragment), übersetzt von Alexander Eliasberg 1921. Originaltext der Übersetzung

Anlaß zum Schlafe Von Zefirs sanftem Säuseln Bin ich oft eingeschlafen; Vom Saft gepreßter Trauben Bin ich oft eingeschlafen; Im Schatten iunger Bäume, Vom Schwarm der muntern Bienen, Beim Sprudeln kleiner Quellen Bin ich oft eingeschlafen; Doch, soll ich ietzo schlafen: So müssen Küsse rauschen.

Gleim, J. W. L., Gedichte. Versuch in Scherzhaften Liedern, erster Teil, 1744

Die Liebe muss hinter sich wie vor sich Ewigkeit sehen.

Schiller, F., Briefe. An Lotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz, 7. September 1789

Die Liebe Die Liebe willst du finden? So suche sie im Mai, Da sitzt auf Blütenbäumen Die wunderholde Fei. Da flattert allerwegen Ihr weiches, grünes Haar, Aus jeder Blume lächelt Ihr Schelmenaugenpaar. Doch soll ich gut dir raten, So bleib ihr lieber fern, Denn Necken und Betrügen, Das hat sie gar zu gern. Sie kost mit dir ein Weilchen Und lässt dich dann allein, Sie giebt für kurze Wonne Dir lange, bange Pein.

Holm, Verse von Mia Holm, 1900. Originaltext

Lieben wollenist das Bedürfnis latenterüberschüssigerKräfte unseres Organismus, in andere Organisationen auszuströmen.Geliebt werden wollenhingegen das Bedürfnismangelnderlatenter Kräfte, sich durch andere einströmende zu ergänzen.

Altenberg, Wie ich es sehe (Skizzenband), 1896/1904. Revolutionär (Studien-Reihe). Der Revolutionär hat sich eingesponnen

Liebesgroßmuth Fragen möcht' ich dich mit süßem Bangen, Wie sich deine Lieb' zu mir verloren? Nach dem Höchsten durftest kühn du langen Und statt seiner hast du mich erkoren! O ich ahne, was dich an mich bindet: In den Liebesketten, die dich halten, Sieht mein Auge und mein Herz empfindet Deiner Großmuth königliches Walten. Weil von Sturmesgrimm und Wetterstrahle All mein Sein versengt, versehrt, verschüttet, Hast du auf das blüthenlose, fahle, Deiner Seele Frühlingshort geschüttet. Weil du mich gebeugt, entweiht vom Leben In der dunkeln Menge aufgefunden, Hast du, mich zu dir emporzuheben, Lichte Kronen um mein Haupt gewunden. Zu dem Wesen wolltest du dich wenden, Dem versagt blieb jede Glückesgabe, Daß es reich sei nur durch deine Spenden, Daß es dir allein zu danken habe. Daß es, im Bewußtsein dieses Bundes Wie die Opferflamme liebentbrenne Daß es leb' vom Hauche deines Mundes, Daß es dein sei, wie ich dein mich nenne.

Paoli, B., Gedichte. Erstdruck der Buchausgabe 1841. Text hier aus der zweiten vermehrten Auflage 1845. Originaltext

Wohl schwinden die Tage in einsamer Trauer, Das Leben versinket in stürmische Nacht; -- Der Augenblick einzig hat ewige Dauer, Wo freundlich dem Herzen die Liebe gelacht.

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Raum ist in der kleinsten Hütte Für ein glücklich liebend Paar.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Jüngling am Bache, Erstdruck 1803 unter dem Titel »Liebesklage«