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Trotzdem Manchmal vom Regal der Wand hol ich meinen Schopenhauer, einen ›Kerker voller Trauer‹ hat er dieses Sein genannt. So er recht hat, ich verlor nichts: in Kerkereinsamkeiten weck ich meiner Seelen Saiten glücklich wie einst Dalibor.
Der größte Fehler des Lebens ist es, dass es stets unvollkommen ist.
Das Leben ist nur ein langes Verlieren all dessen, was man liebt.
Einzig das Leben ist heilig, und die Liebe zum Leben ist die erste Tugend.
Lass die Furcht vor dem Tod: Töricht ist es, für die ganze Zeit, während du den Tod fürchtest, die Freude am Leben zu verlieren.
Am Beispiel vieler lerne, welchen Taten du nacheifern und welche du vermeiden sollst, das andere Leben ist uns eine Lehrmeisterin.
Obwohl uns nur ein ungewisses und vergängliches Leben zuteil geworden ist, setze deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.
Weil das ungewisse Leben in ungewissen Gefahren schwebt, betrachte jeden folgenden Tag als Gewinn für dich.
Da du sterblich bist, sorge dich um sterbliche Dinge.
Das Leben ist ein Buch; – Willst Du was wissen, so such'! – Doch mit Vorsicht prüfe die Lettern, Denn es läßt sich nicht rückwärts blättern.
Versprich dir kein langes Leben: Wohin auch immer du gehst, stets folgt dir als Schatten der Tod des Körpers.
Fronleichnam Von Glockenschall, von Weihrauchduft umflossen, Durchwogt die Straßen festliches Gepränge Und lockt ringsum ein froh bewegt Gedränge An alle Fenster, – deines bleibt geschlossen. So hab auch ich der Träume bunte Menge, Der Seele Inhalt, vor dir ausgegossen: Du merktests kaum, da schwieg ich scheu-verdrossen, Und leis verweht der Wind die leisen Klänge. Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell entschwunden, Und leer und öde liegt die Straße wieder; Nimm dich in acht: mir ahnt, es kommen Stunden, Da du ersehnest die verschmähten Lieder: Heut tönt dir, unbegehrt, vielstimmiger Reigen, Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schweigen.
Wir sollen nicht in uns selbst, abgetrennt und selbstsüchtig leben, sonst sind wir falbe Herbstblätter, die in der Luft flattern, um bald am Boden ganz zu ersterben.
Was aber ist die Komödie anderes als ein Spiegel des privaten Lebens?
Und nicht hat der schlecht gelebt, der unbekannt geboren wurde und starb.
Lebe stets in dem Gedenken daran, wie kurz dein Leben ist!
Niemand lebt nur sich selbst.
Ein gut gestaltetes Leben aber ist ein guter Gewinn.
Verwende Sorge darauf, ein anständiges Leben zu führen.
Lehre und Leben müssen sich in die Hand arbeiten.
Es wäre wohl der Mühe wert, ein Leben doppelt oder dreifach zu beschreiben, einmal wie ein allzu warmer Freund, dann wie es [ein] Feind und dann wie es die Wahrheit selbst schreiben würde.