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26202 Sprüche gefunden

Ohne Zweifel! Das Glück hat keine Moral.

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Es gab nie ein vollkommenes Glück Und wird nie eines geben; Was man erreicht hat, tritt zurück Vor ewig neuem Streben.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Der Moderne Nun hab' ich mein grämliches Winterweh Sechs Monde mystisch gehütet Und hab' auf manchem ästhetischen Tee Pessimistische Eier gebrütet. Mein Büchlein, das meinen Gram umschloß, Kam in die besten Familien; Mein Büchlein, das meinen Kummer ergoß Auf stilisierte Lilien. Die schlanken Mondänen durchforschten's mit Fleiß, Und heimlich lasen's die Zofen; Und alle tranken literweis Mein Herzblut aus meinen Strophen. Sie lobten an meiner Seele Not Die Feuer, die zuckend verflammten, Und sprachen von meinem nahen Tod Mit der Ruhe des Standesbeamten… Doch heut' ist draußen der Frühling erwacht, Schon duftet's nach hellen Syringen – Mein Herz spürt die Sonne und klopft und lacht Und hört die Knospen springen. Mein Herz zerreißt seinen Trauerflor, Meine Jugend wird wieder munter, Sie haut der Sorge eins hinter das Ohr Und schmeißt sie die Treppe hinunter. Vom junggrünen Teppich der Wiese her Klingen Schalmeien und Tänze… So werf' ich hinter der Fliehenden her Die raschelnden Lorbeerkränze. Und blinzelt zur Nacht mir ein lustiger Stern, Ich folg' ihm augenblicklich – O Gott, wie bin ich unmodern! O Gott, wie bin ich glücklich!

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Der Mangel des Glaubens kommt oft nicht von der Gleichgültigkeit, sondern von der Unwissenheit.

Christ (Hg.), Aphorismen. Ein Blüthenstrauß von Lehrsätzen und Sinnsprüchen. Gesammelt von Sophie Christ, 1892

Auch der Pflug des Glückes zieht Furchen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Glückseligkeit ist ein Zustand der Passivität; je glückseliger wir sind, desto passiver verhalten wir uns gegen die objektive Welt. Je freier wir werden, je mehr wir uns der Vernunftmäßigkeit annähern, desto weniger bedürfen wir der Glückseligkeit, d. h. einer Seligkeit, die wir nicht uns selbst, sondern dem Glück verdanken.

Schelling, Philosophische Briefe über Dogmatismus und Kriticismus, 1795. 8. Brief

Ein großes Glück ist eine Posaune der Ewigkeit, und sollte jeden Menschen aufmerksam machen.

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Doch wer einst glücklich war und nun ins Elend stürzt, kommt nie zur Ruh', wenn er des frühen Glückes gedenkt.

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Wir wollen einander nicht aufs ewige Leben vertrösten. Hier noch müssen wir glücklich sein.

Goethe, J. W., Briefe. An Auguste Gräfin zu Stolberg, 16. September 1775

Sind wir glücklich, weil wir gut sind, oder sind wir gut, weil wir glücklich sind?

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Wenn das Glück kommt, pack es mit fester Hand; von vorne aber, denn hinten ist es kahlköpfig.

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Das Glück ist einzig heilsam für den Leib, die Kräfte des Geistes jedoch bringt der Schmerz zur Entfaltung.

Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu), 7 Bde., Erstdruck 1913-27

Das Glück der Menschen besteht in eine[m] richtigen Verhältnis seiner Gemüts-Eigenschaften und seiner Affekten, wenn eine wächst, so leiden alle andern, daraus entstehen unzählige Mischungen.

Lichtenberg, Sudelbuch A, 1765-1770. [A 116]

Das mühsam erlangte Glück wird doppelt genossen.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [299.]

Glück und Liebe, beide sind blind: welch’ ein Wunder also, wenn sie sich finden.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Das Glück ist blind, und blind auch müssen wir ihm folgen.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Auf der Jagd nach dem Glück ist die Hoffnung – Treiber.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Es wandeln Glück und Gelegenheit Zuweilen den Traum in Wirklichkeit.

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903

Es gibt Regeln für das Glück: denn für den Klugen ist nicht alles Zufall. Die Bemühung kann dem Glücke nachhelfen.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [21.]

Sicherheit im Glück Sag' einem, der erfreut dem Glück im Schooße lieget, Daß dessen Stille stets die Sicherheit betrüget, Daß es uns, ehe wir es recht erkannt, verläßt; Er höret dich nicht mehr, denn junge Hochzeitgäst' Den Wächter, der des Nachts die Stunden rufet, hören; Er spottet deiner Gunst und lachet deiner Lehren, Und alle deine Wort' entführt der schnelle Wind. Ein Glücklicher ist taub, sowie das Glück ist blind.

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Möglichst viel Glück sagt man. Aber wie, wenn die höchste Glücksempfindung einen Menschen voraussetzte, der auch Allertiefstes gelitten haben muß? Wenn Glücksgefühl überhaupt erst möglich wäre in einem durch Lust und Unlust gereiften Herzen? Wer möglichst viel Glücksmöglichkeiten fordert, muß auch möglichst viel Unglück fordern oder er negiert ihre Grundbedingungen.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1905