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Die Zeit ist unendlich lang und ein jeder Tag ein Gefäß, in das sich sehr viel eingießen läßt, wenn man es wirklich ausfüllen will.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1811-1812, 2. Teil, 8. Buch

Jeder Sekundenschlag Reißt uns dem Sterbebette näher.

Hölty, L., Gedichte. Aus: Der rechte Gebrauch des Lebens, 1775

Alles hat seine Zeit! Ein Spruch, dessen Bedeutung man bei längerem Leben immer mehr anerkennen lernt; diesem nach gibt es eine Zeit zu schweigen, eine andere zu sprechen.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, Noten und Abhandlungen. Einleitung

Die Zeit überschlägt sich wie ein Stein vom Berge herunter, und man weiß nicht, wo sie hinkommt und wo man ist.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Heinrich Meyer, 18. März 1797

Das Jahrhundert ist vorgerückt; jeder Einzelne aber fängt doch von vorne an.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft

Arm in Arm mit dir, so ford'r ich mein Jahrhundert in die Schranken.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 1. Akt, 9. Auftritt, Don Carlos

Spruch des Konfuzius Dreifach ist des Raumes Maß: Rastlos fort ohn Unterlaß Strebt die Länge, fort ins Weite Endlos gießet sich die Breite, Grundlos senkt die Tiefe sich. Dir ein Bild sind sie gegeben: Rastlos vorwärts mußt du streben, Nie ermüdet stille stehn, Willst du die Vollendung sehn; Mußt ins Breite dich entfalten, Soll sich dir die Welt gestalten; In die Tiefe mußt du steigen, Soll sich dir das Wesen zeigen. Nur Beharrung führt zum Ziel, Nur die Fülle führt zur Klarheit, Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1795

Das Unwandelbare »Unaufhaltsam enteilet die Zeit.« - Sie sucht das Beständge. Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.

Schiller, F., Gedichte. 1795

Es wär' ein eitel und vergeblich Wagen, Zu fallen ins bewegte Rad der Zeit.

Schiller, F., Gedichte. Aus: An Goethe, 1800

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Wir leben in einer Zeit, die zuviel liest, um weise, und zuviel denkt, um schön zu sein.

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Jeder Mann von Ehrgeiz muß gegen sein Jahrhundert mit dessen eigenen Waffen kämpfen.

Wilde, Ein idealer Gatte (An Ideal Husband), 1895

Die Zeit ist aus den Fugen.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Komme, was kommen mag; Die Stund' und Zeit durchläuft den rauhsten Tag.

Shakespeare, Macbeth, Erstdruck 1623, hier übersetzt von Dorothea Tieck, Berlin 1832. 1. Aufzug, 3. Szene, Macbeth

Die Zeit schlägt Falten in die reinste Stirn, entstellt die schöne Wahrheit der Natur und prägt auf alles der Vernichtung Spur.

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Zuletzt, nicht der Letzte. Last, not least.

Shakespeare, König Lear (King Lear), Erstdruck 1608

Einszweidrei, im Sauseschritt Läuft die Zeit; wir laufen mit. –

Busch, Bildergeschichten. Julchen, 1877

Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still und zage nicht, die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Hartnäckig weiter fließt die Zeit, die Zukunft wird Vergangenheit. Aus einem großen Reservoir ins andre rieselt Jahr um Jahr.

Busch, Bildergeschichten. Maler Klecksel, 1884

Laßt uns lieben, singen, trinken, Und wir pfeifen auf die Zeit; Selbst ein leises Augenwinken Zuckt durch alle Ewigkeit.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874. Aus: Seid mir nur nicht gar so traurig

Nimm dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt.

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