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26202 Sprüche gefunden

Der, welcher Gedanken ausspricht, die der Gegenstand seines langen und wiederholten Nachdenkens gewesen sind, bleibt, ohne es zu wollen, dunkel auch für den Gebildeten.

Manzoni, Die Verlobten (I promessi sposi), frühere Fassungen 1821 und 1823; Erstdruck 1825. Vom Autor später unterdrückte Stelle

Ein neuer Gedanke – das ist meist eine uralte Banalität in dem Augenblick, da wir ihre Wahrheit an uns selbst erfahren.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Am Anfang jeder übernommenen Verpflichtung stehe diese: über das Maß seiner Kraft, seiner Ausdauer, seines Opfermutes im klaren zu sein – oder die Übernahme selbst wird zur Schuld.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Gedanken sind Äpfel am Baume, Für keinen Bestimmten bestimmt, Und doch gehören sie schließlich Dem einen, der sie nimmt.

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Titus: [...] Gedanken sind zollfrei. Salome: Ah, nein; es gibt Gedanken, für die man den Zoll mit der Herzensruh' bezahlt.

Nestroy, Der Talisman, 1843. 1. Akt, 14. Szene

Die pragmatische Geschichte meines Herzens zerfallt in drei miserable Kapitel: zwecklose Träumereien, abbrennte Versuche und wertlose Triumphe.

Nestroy, Das Mädl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten (literarische Vorlage: La Jolie Fille du Faubourg von Paul de Kock und Charles Varin), 1841

Sobald man einen neuen Gedanken findet, reclamiren ihn gleich Dutzende, die ihn verloren haben wollen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Jederzeit und womöglich bei jeder Vorstellung mußt du die Lehren der Physik, der Ethik, der Dialektik in Anwendung bringen.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 8,13. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Die besten Gedanken, die wir haben, sind von uns nicht gesucht worden, sondern uns unwillkürlich gekommen.

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Wo nur diesen süßlichen Gemütern die Kraft herkommt, all ihre Gedanken des Neides, der Mißgunst, der Eitelkeit, Gedanken, von denen wir wissen, daß sie an ihnen Tag und Nacht zehren und sie förmlich aufreiben, unter diesem ewig gleichen und immer wohltuend scheinenden Lächeln zu verbergen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Gedanken sind spielerische Kräfte; sie entschleiern und verhüllen nichts. Ihr Wert ruht einzig in der Bereicherung und Vertiefung des menschlichen Geistes.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Wir kommen durch alle Wünsche, Klagen, Hoffnungen und Befürchtungen auch nicht den kleinsten Schritt weiter, sondern geraten nur immer tiefer in Mutlosigkeit und Verwirrung. Am besten ist's, wir legen uns klar und trocken noch einmal alles auseinander, scheiden das Richtige von dem Unrechten und gehen dann ein jeder mutig, tapfer und ergeben den vorgeschriebenen Weg.

Raabe, Die Leute aus dem Walde, ihre Sterne, Wege und Schicksale, 1863. 27. Kapitel

Je mehr ein Gedanke sich ausbreiten soll, umso flacher muß er werden.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Die Sprache ist untauglich, den ganzen Gedanken wiederzugeben.

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In schlichter Form ein kerniger Gedanke – er wurzelt, blüht und setzt in Frucht und Ranke sich segnend fort.

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Große Gedanken sind wie Gebirgsschluchten wild und gefährlich.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Der Gedankenlose denkt, man habe nur dann einen Gedanken, wenn man ihn hat und in Worte kleidet. Er versteht nicht, daß in Wahrheit nur der ihn hat, der das Wort hat, in das der Gedanke hineinwächst.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Echte Gedanken strömen hervor wie Lava aus dem Berg. Sie bringen die Wärme einer unbekannten Tiefe mit sich.

Pauly, Aphorismen, 1905

Abstrakte Gedanken sind zuletzt auch nichts als – konkrete Wesenheiten; es ist ganz umsonst, das Leben aus dem Leben heraustreiben zu wollen.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1912

Wer könnte bestehen, wenn man für seine Gedanken verantwortlich gemacht würde?

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Nie kehrt der Gedanke wieder, Der dem Augenblick entsprang, – Der mit glänzendem Gefieder Sich durch uns're Seele schwang. Fess'le schnell den Götterfunken, Hauche ihn zur Flamme wach, Und Du siehst dann wonnetrunken, Was des Menschen Geist vermag.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865