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Die Religiosität, die Sittlichkeit eines beschränkten Lebens – eines Hirten, eines Bauern, in ihrer konzentrierten Innigkeit und Beschränktheit auf wenige und ganz einfache Verhältnisse des Lebens, hat unendlichen Wert und denselben Wert als die Religiosität und Sittlichkeit einer ausgebildeten Erkenntnis und eines an Umfang der Beziehungen und Handlungen reichen Daseins.
Religion ist eine Lebenshilfe. Wenn man die Welt nicht mehr versteht, hilft sie einem oft, eine Lösung zu finden.
Freilich ist es für den Staat sehr bedeutsam, daß jeder Staatsbürger seine Religion habe, die ihn seine Pflichten lieben läßt.
Religion ist für mich wie eine unendliche Wüste, wo man sich an kleinen Wasserstellen orientieren kann.
Religion ist für mich wie ein Buch mit vielen Bildern. Ich verstehe es nur, wenn ich darüber nachdenke.
Religion ist für mich wie ein Fluss. Immer wieder sprudelt frisches Wasser dazu; manchmal tritt das Wasser über die Ufer. Nach kurzer Zeit fließt der Fluss wieder in seiner unermüdlichen Form, in seinem alten Flussbett.
Mitten in der Endlichkeit eins werden mit dem Unendlichen und ewig sein in jedem Augenblick, das ist die Unsterblichkeit der Religion.
Die Religion und Moral sind die unentbehrlichsten Stützen der Staatswohlfahrt. Vergeblich würde der sich seines Patriotismus rühmen, welcher diese beiden Grundpfeiler des gesellschaftlichen Gebäudes zersprengen sollte.
Die christlichen Mystiker und die Lehrer der Vedanta-Philosophie treffen auch darin zusammen, daß sie für den, der zur Vollkommenheit gelangt ist, alle äußern Werke und Religionsübungen überflüssig erachten.
Religion ist für mich wie eine Wellenlinie: Manchmal sind wir auf dem Wellenberg, manchmal im Wellental.
Eben die ausgezeichnetesten Menschen bedürfen der Religion am meisten, weil sie die engen Grenzen unseres menschlichen Verstandes am lebhaftesten empfinden.
Gleicherzeit ist sie [die Religion] aber auch die sicherste Bürgschaft, welche es für den sittlichen Lebenswandel eines Menschen geben kann.
Keine Philosophie und keine Moral kann bei der großen Menge jemals die Religion ersetzen.
Der Katholicismus macht den Charakter gewöhnlich weicher, während der Protestantismus ihn befestigt; aber jene Weichheit artet oft in Schwäche, jene Festigkeit in Härte aus.
Religion ist für mich wie ein fahrender Zug, der sich einmal mit Mühe in Bewegung gesetzt hat und fährt und fährt und fährt …
Da Gott aber derart verborgen ist, ist jede Religion, die nicht lehrt, Gott sei verborgen, nicht die wahre.