Alter Sprüche

Sprüche über Alter

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Das Alter Das Alter ist ein höflich' Mann: Einmal übers andre klopft er an; Aber nun sagt niemand: Herein! Und vor der Türe will er nicht sein. Da klinkt er auf, tritt ein so schnell, Und nun heißt's, er sei ein grober Gesell.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Das Alter, 1815

Ich hör es gern, wenn auch die Jugend plappert; Das Neue klingt, das Alte klappert.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien, 1

Unter der Schneelast unseres Alters grüne das Immergrün eines guten Gewissens, sprosse das Schneeglöckchen, die Botin des ewigen Frühlings.

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Wenn uns das Alter mit den Silberflügeln Bedeckt, dann hebt allmählich sich das Auge Hinauf zur stillen, sternbesä'ten Wohnung; Dort schau'n wir hin als nach der wahren Heimath, Wo nach der Pilgerfahrt wir hingelangen.

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O, ihr gedrückten Menschen [...], wie überlebt ihr Müden es, o wie könnt ihr denn alt werden, wenn der Kreis der Jugendgestalten zerbricht und endlich ganz umliegt, wenn die Gräber eurer Freunde wie Stufen zu euerem eignen hinuntergehen, und wenn das Alter die stumme, leere Abendstunde eines erkalteten Schlachtfeldes ist; o, ihr armen Menschen, wie kann das euer Herz ertragen?

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Mußteil für Mädchen. 1. Der Tod eines Engels

Die Summa Summarum des Alters ist eigentlich niemals erquicklich.

Goethe, J. W., Briefe. An Friedrich Constantin von Stein, 21. Dezember 1798

So ein alter Kerl ich bin, wo ich Liebe sehe, ist mir's immer, als wär ich im Himmel.

Goethe, Erwin und Elmire, 1774/75. Bernardo

Niemand hört es gern, Daß man ihn Greis nennt.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Klassische Walburgisnacht. Am oberen Peneios, Greif zu Mephisto

Der Rost macht erst die Münze wert.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Felsbuchten des ägäischen Meers, Thales zu Proteus

Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter die Fülle.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 2. Teil, 1811-1812. Motto zum 6. Buch

Wer in einem gewissen Alter frühere Jugendwünsche und Hoffnungen realisieren will, betrügt sich immer, denn jedes Jahrzehnt des Menschen hat sein eigenes Glück, seine eigenen Hoffnungen und Aussichten.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 12. Kap.

Das Alter kann kein größeres Glück empfinden, als daß es sich in die Jugend hineingewachsen fühlt und mit ihr nun fortwächst.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Gustav Carus, 23. März 1818

Das Alter wägt und mißt es, Die Jugend spricht: So ist es.

Platen, Gedichte. Spruch

Wirst du auch sanfter und besser, indem das Alter herannaht?

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Jetzige Generation War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht begreifen. Nur das Alter ist jung, ach! und die Jugend ist alt.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1797

Kinder bedürfen beständig des Zeitvertreibs, sei er Spiel oder Arbeit; stockt er, so ergreift sie augenblicklich entsetzliche Langeweile. Auch Jünglinge sind ihr noch sehr unterworfen und sehn mit Besorgnis auf unausgefüllte Stunden. lm männlichen Alter schwindet die Langeweile mehr und mehr: Greisen wird die Zeit stets zu kurz und die Tage fliegen pfeilschnell vorüber.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Die Jugend will ich dem Alter vermählen, daß auch diese habe die Fülle und durchdrungen sei von der allbelebenden Wärme. Was ist's denn, worüber sie klagen im Alter? … Was sie klagen, ist nur, daß ihnen die Jugend fehlt. Und die Jugend? Warum fehlt sie ihnen? Weil in der Jugend ihnen das Alter gefehlt hat.

Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Erstdruck 1800

Was wir in der Jugend begehrten, das werfen wir im Alter weg.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Es gibt kein besseres Argument, als einen Stock.

Oesch (Hg.), Spanische Sprichwörter, ausgewählt und gesammelt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Die heutige Jugend ist gräßlich. Sie hat nicht den geringsten Respekt vor gefärbten Haaren.

Wilde, Lady Windermeres Fächer (Lady Windermere’s Fan: A Play About a Good Woman), 1892

Alter schützt vor Torheit nicht.

Shakespeare, Antonius und Cleopatra, Erstdruck 1623