Alter Sprüche

Sprüche über Alter

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Bis in sein spätes Alter nimmt man Abschied von seiner Jugend.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

In der Jugend will man sonderbarer erscheinen als man ist, im Alter weniger sonderbar als man ist.

Jean Paul, Nachlass. Merkblätter, 1820

Altwerden ist nur steigende Müdigkeit vor dem Schlafengehen.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Niemand liebt das Leben so wie einer, der alt wird.

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Das schlimmste Übel ist, ausscheiden aus der Schar der Lebendigen, ehe man stirbt.

Hoddick (Hg.), Aphorismenschatz der Weltliteratur. Weltliche Texte für Rede und Schrift, 1898

Das Alter ist eine unheilbare Krankheit.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 108. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Senectus enim insanabilis morbus est

Hin geht die Zeit, und verlässt uns, wir mögen noch so sehr um sie geizen. Weder die künftige ist mein, noch die vergangene. Ich schwebe auf einem Punkt der fliehenden Zeit, und Größe ist's, genügsam zu sein.

Seneca, Naturbetrachtungen (Naturales quaestiones), 62-63 n. Chr. VI, 32. Übersetzt von G. H. Moser (1830)

Das Greisenalter, das wir alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.

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Vor nichts muß sich das Alter eher hüten, als sich der Lässigkeit und Untätigkeit zu ergeben.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr

Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.

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Niemand ist so alt, dass er nicht noch ein Jahr leben zu können glaubt.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Nemo enim est tam senex, qui se annum non putet posse vivere.

Das Beklagenswerteste am Alter scheint mir, dass man spürt, wie sehr man in diesem Lebensabschnitt den jungen Leuten verhasst ist.

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Man muß sich einen Stecken in der Jugend schneiden, damit man im Alter daran gehen kann.

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Der junge Weinstock gibt mehr Trauben, der alte aber gibt besseren Wein.

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Mit dem Alter nimmt Urteilskraft zu und Genie ab.

Erdmann (Hg.), Reflexionen Kants zur Anthropologie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen (= Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie, Band 1), hg. von Benno Erdmann, 1882

Im Alter versteht man besser die Unglücksfälle zu verhüten, in der Jugend, sie zu ertragen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter. Fußnote

Ein hohes Alter zu erreichen, gibt es, bei fehlerfreier Konstitution, als völlig notwendige Bedingung, zwei Wege, die man am Brennen zweier Lampen erläutern kann: die eine brennt lange, weil sie, bei wenigem Öl, einen sehr dünnen Docht hat; die andere, weil sie, zu einem starken Docht, auch viel Öl hat: das Öl ist die Lebenskraft, der Docht der Verbrauch derselben, auf jede Art und Weise.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Das Alter aber hat die Heiterkeit dessen, der eine lange getragene Fessel los ist und sich nun frei bewegt.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Was einer »an sich selbst hat«, kommt ihm nie mehr zu Gute, als im Alter.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Oft hat ein hochbetagter Greis keinen anderen Beweis für die Länge seines Lebens als die Summe seiner Jahre.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 3. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Saepe grandis natu senex nullum aliud habet argumentum quo se probet diu vixisse, praeter aetatem

Wo die eigene Kraft dich verläßt und zur Neige ist, wo du nicht mehr fassen, wirken und schaffen kannst, da fügen sich die Hände still in einander, und dieses Sinnbild spricht: ich kann nicht mehr, waltet ihr, ihr ewigen Mächte!

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Vierter Band. Lucifer. Wie endet der Sonntag!