Alter Sprüche – arbeit

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Siehe, das nenn ich doch würdig, fürwahr, sich im Alter beschäftgen!

Kleist, H., Gedichte. Herr von Goethe

Gewiß wird man durch anhaltende Bedienung vor der Zeit alt und unfähig.

Goethe, J. W., Tagebücher. 1786: Italien. Reise für Frau von Stein, 1. Stück: Von Carlsbad auf den Brenner in Tyrol

Geben Sie dem Arbeiter das Recht auf Arbeit, solange er gesund ist, sichern Sie ihm Pflege, wenn er krank ist, sichern Sie ihm Versorgung, wenn er alt ist.

Bismarck, Reden. Im Reichstag zur geplanten Sozialversicherung, 1881

Die Jahre meines Laufes sind am Ziel wie Pfeile, wenn sie stecken in der Scheibe.

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Sich zur Ruhe setzen, heißt es, sei wunderschön, wenn man genug zu tun habe und reich und gesund sei. Aber dann hält man die Arbeit noch ganz gut aus.

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Derjenige, der von seiner Hände Arbeit lebt, steht höher als der Fromme.

Berachot

Wer in der Jugend sich durch Mühsal mußte schlagen, Den rührt's im Alter nicht, wenn sich die Jungen plagen.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Ich glaube an das Alter, lieber Freund, Arbeiten und Altwerden, das ist es, was das Leben von uns erwartet.

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Zu ungetilgter Arbeitsfähigkeit und ungetrübter Forschungslust gesellt sich ein anderer und höherer Vorzug: der zusamt mit dem Alter wachsenden und gefestigten freien Gesinnung.

Keller, G., Briefe

Hast du, habe ich nur so lange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind? Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, daß man den »unproduktiven« Mitmenschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach werden!

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Altern heißt unlustig werden zu der Schmiedearbeit an dem eigenen Schicksal.

Lindau (Hg.), Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift, 1877-1904. 1885

Wer über sein Tages- und Lebenswerk nachdenkt, wenn er am Ende und müde ist, kommt gewöhnlich zu einer melancholischen Betrachtung: Das liegt aber nicht am Tage und am Leben, sondern an der Müdigkeit.

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Wer im Müßiggang verzehrt, was er selbst nicht erworben hat, verübt geradezu einen Diebstahl, und ein Rentner, den der Staat für sein untätiges Leben in Form von Zinsen bezahlt, ist in meinen Augen kaum von einem Straßenräuber verschieden, der auf Kosten der Reisenden lebt.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Bei dem Leben wird, wie bei dem Montblanc, nicht das Hinauf-, sondern das Heruntersteigen am schwersten, zumal weil man statt des Gipfels Abgründe sieht​.

Jean Paul, Der Komet oder Nikolaus Marggraf. Eine komische Geschichte, 1820-22 (blieb wegen schwerer Schicksalsschläge nur Fragment). II. Enklave

Und überhaupt, ich hab das Liebesgewerbe anheimgesagt; ich gehör nicht zu die Männer, die den Alten-Weiber-Sommer ihrer Gefühle für Jugendglut halten, die glauben, ihr Herz lebt noch, weil's manchmal Zuckungen macht wie ein galvanisierter Froschschenkel, und 's ist deßtwegen doch schon tot.

Nestroy, Die beiden Herren Söhne, 1845

Ab Fünfzig macht die Arbeit weniger Spaß, aber der Spaß immer mehr Arbeit.

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In unserer Jugend schuften wir wie Sklaven, um etwas zu erreichen, wovon wir im Alter sorglos leben könnten: und wenn wir alt sind, sehen wir, daß es zu spät ist, so zu leben.

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Das Schlechte kannst du immer loben, Du hast dafür sogleich den Lohn! In deinem Pfuhle schwimmst du oben Und bist der Pfuscher Schutzpatron.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 5, Erstdruck 1827

Willst du dir den abendlichen Frieden deines Lebens sichern, so ruf' deine Fahrzeuge zeitig vom hohen Meere heim! Wirf die Netze des Erfolgs nur noch am nächsten Ufer aus.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Derjenige nämlich, der in seinen Beschäftigungen und Arbeiten lebt, bemerkt nicht, wann das Alter sich anschleicht.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Semper enim in his studiis laboribusque viventi non intellegitur quando obrepat senectus

Der Lohn des Alters aber ist die Erinnerung und die Fülle an zuvor erworbenem Gut.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Fructus autem senectutis est [...] ante partorum bonorum memoria et copia