Alter Sprüche – gedanken

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Bei älteren Menschen zeigt sich der innere Gehalt daran, ob ihre Persönlichkeit Rost ansetzt, oder wertvolle Patina.

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Sobald wir alt werden, verkriecht sich die Schönheit nach innen.

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Das Alter Gesetz ist nur eine Denkschrift; selbst die Gesichtsfarbe klärt sich.

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Das Alter bringt in unsre Seele sowohl Runzeln, als in unser Gesicht, und man trifft keine Seele an, die nicht im Alter nach Säure und Schimmel röche.

Charron, Die wahre Weisheit oder Sittenlehre des Weltbürgers (De la Sagesse, 1601), dt. Übersetzung in 2 Bänden, 1779/80

Manchmal wollt ich, ich wäre alt, und alles schwiege schon in mir.

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Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauern Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der Mensch, in: Die Weltbühne, 16.06.1931, Nr. 24 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare; sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 2. Heft, 1825

Die Falten um die Stirne dein Laß sie nur heiter ranken; Das sind die Narben, die darein Geschlagen die Gedanken.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854. Lieder des stillen Mannes. Aus der Erdmännlein-Höhle

Nicht bloß um graue Locken schwebt die Glorie der innern Befreiung von Eigensucht; die Milde mögt ihr da wohl öfter finden, aber oft nicht mehr jenen lebendigen Feuereifer für die Menschheit.

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Dritter Band. 1. Sträflinge. Ein Sonntagmorgen

Der aufsteigende Gedankenflug der Jugend verwandelt sich im Alter in ein ruhiges Kreisen in den gewonnenen Höhen.

Pauly, Aphorismen, 1905

Bekenntnis Ich bin ein unglückselig Rohr: Gefühle und Gedanken Seh' rechts und links, zurück und vor, In jedem Wind, ich schwanken. Da liegt nichts zwischen Sein und Tod, Was ich nicht schon erflehte: Heut bitt' ich um des Glaubens Brot, Daß morgen ich's zertrete. Bald ist's im Herzen kirchenstill, Bald schäumt's wie Saft der Reben, Ich weiß nicht, was ich soll und will, – Es ist ein kläglich Leben! Dich ruf' ich, der das Kleinste du In deinen Schutz genommen, Gönn meinem Herzen Halt und Ruh, Gott, laß mich nicht verkommen; Leih mir die Kraft, die mir gebricht, Nimm weg, was mich verwirret, Sonst lösch es aus, dies Flackerlicht, Das über Sümpfe irret!

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Wie die Jugend aus sich heraussingt, so singt das Alter in sich hinein.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Ein Greis ist stolz, hochmütig und von ungeselligem Wesen, wenn er nicht viel Geist besitzt.

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Die meisten Menschen werden alt in einem kleinen Gedankenkreis, der nicht einmal aus ihnen selbst stammt; es gibt vielleicht weniger enge als unfruchtbare Geister.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Der Geist der grauen Haare spricht aus dir.

Schiller, Semele, Singspiel in zwei Szenen, 1782. 1. Szene, Semele

Erst wenn man altert, äußert man so gerne, wie jung man sich fühlt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Bin ich von außen gleichwohl noch recht jung, von innen bin ich hochbetagt.

Rosegger, Die Schriften des Waldschulmeisters, 1875. Erster Teil

Brüchig sind auch Spiegel.

Benjamin, Das Passagen-Werk, entstanden 1927-1940, Erstdruck 1982 (posthum)

Die Alte Frau Täglich sitzt sie in Erinnerungen, Ihre Hände auf den Knien verschlungen. Eingesponnen in ihr Traumgewebe, Schaukelnd auf versunkner Zeiten Schwebe. Ihre Quellen haben sich geschlossen, Sind ins Innere zurückgeflossen; Auf dem dunklen Seelenspiegel jagen Sich die Schatten von gelebten Tagen. Immer weht es aus dem Unsichtbaren: Ist sie nicht die Gleiche wie vor Jahren? In dem unterirdischen Verstecke Sprengt ihr frühes Selbst die leichte Decke, Drängt mit ungebrochnen Schmerzgewalten Sich im Bild der Seele zu gestalten. Scheu verschlossne Sehnsuchtstriebe springen, Zitternd, sich aufs neue darzubringen. In dem Sternenglanz der Allmacht spiegelt Sich ihr Sein vollendet und entsiegelt.

Lachmann, H., Gesammelte Gedichte, Potsdam 1919

Der Mensch zieht sich mit dem Alter, wie eine Schnecke vor der Winterkälte, in immer tiefere Kammern seines Innern zurück.

Pauly, Aphorismen, 1905

In späteren Jahren erstaunt man nur noch selten; aber die Gedankenleere, die Armut und Enge manches inneren Lebens, die bleibt immer wieder erstaunlich!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908