Alter Sprüche – philosophisch

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Je älter die Leute werden, die ein geistiges Leben führen, um so weiter wird ihr geistiger Horizont, um so klarer wird ihre Erkenntnis; die aber ein weltliches Leben führen, werden mit den Jahren nur noch stumpfer.

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Ein selbstgeschaffenes Übel ist das Verschwinden des Mutes und der Kraft; ein leeres Vorurteil ist das Alter, die schnöde Frucht von dem trüben Wahn, dass der Geist abhänge vom Körper!

Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Erstdruck 1800. V. Jugend und Alter

Alter ist Freiheit, Vernunft, Klarheit, Liebe.

Tolstoi, Tagebücher. 1904

Warum denk' ich: die tiefsten Schmerzensstriche auf unserer Stirn, die Runzeln des Lebens sind nur kleine Linien aus dem ungeheuern Bauriß, den der Weltgeist zieht, unbekümmert, welche Stirnen und Freuden seine Glückslinie schmerzhaft durchschneide?

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Vierter Band. 29. Jobelperiode. 114. Zykel

Es wird viel von neuer Zärtlichkeit und einem vertieften Verständnis der eigenen Leiblichkeit gesprochen. Der Leib bleibt bei der Deutung der Personalität jedoch mehr und mehr unberücksichtigt. Nur die drei Prozent, die das menschliche Gehirn vom Körpergewicht ausmacht, zählen noch für die Bestimmung des Menschen. Der Mensch wird als tot angesehen, wenn die Hirnfunktionen aufhören, auch wenn das Herz noch schlägt. Damit haben wir die Wirklichkeit des Leibes auf den Schädelinnenraum reduziert. In den Grenzfragen des Anfangs und des Endes des Lebens findet man immer mehr die Neigung, die Würde und Freiheit der Person allein in den intellektuellen Funktionen begründet zu sehen.

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Je weiter ich im Alter voranschreite, und je mehr ich die Frage des Krieges durchdenke, desto überzeugter bin ich, dass die einzige Lösung der Frage die Weigerung der Bürger ist, Soldat zu werden.

Tolstoi, L., Briefe. An Bertha von Suttner, 28. August 1901

Die zweite Hälfte seines Lebens verbringt der Weise damit, sich von den Torheiten, Vorurteilen und irrigen Ansichten zu befreien, die er sich in der ersten zu eigen gemacht hat.

Swift, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Alexander Pope verfasst

Wer über sein Tages- und Lebenswerk nachdenkt, wenn er am Ende und müde ist, kommt gewöhnlich zu einer melancholischen Betrachtung: Das liegt aber nicht am Tage und am Leben, sondern an der Müdigkeit.

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Die Zeit, in der man nicht mit dem Körper, sondern dem Geist erkennt, daß mit dem Wasser der Schlaf das Beste in der Welt ist.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Im Alter empfindet man es als ein ungemeines Glück, wenn man in der Abwägung der Welt im Reinen ist und die Dinge weder durch die eigenen Empfindungen, noch durch die Darstellung anderer in wechselnden Farben sieht

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Bei Gott! dachte er, ich werde alt. Warum hier?

Wolfe, Schau heimwärts, Engel (Look Homeward, Angel: A Story of the Buried Life), 1929

Es steht bedenklich mit uns, wenn wir erst anfangen der Welt und dem Arzt interessant zu werden.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Sie können kühnlich die Behauptung aufstellen, ein [...] denkender Mensch – spricht schließlich, wenn er im Winter seines Lebens steht, der Liebe geradezu die Existenz ab, die unsere aberwitzigen Illusionen ihr verliehen haben!

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der eheliche Friede

Je älter wir werden, desto mehr scheinen uns Dinge selbstverständlich, die uns früher am wenigsten einleuchten wollten.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Und so bleibt denn im höchsten Alter uns die Pflicht noch übrig, das Menschliche, das uns nie verläßt, wenigstens in seinen Eigenheiten anzuerkennen und uns durch Reflexion über die Mängel zu beruhigen, deren Zurechnung nicht ganz abzuwenden ist.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Julius Moritz Seebeck, 3. Januar 1832

Im Alter, in jener Zeit der Erstarrung, wo man andere Vergnügungen weder zu bieten noch zu empfangen vermag, welch reiche Quelle ist dann die Lectüre und das Nachdenken!

La Mettrie, Der Mensch eine Maschine (L'homme [plus que] machine), 1748. Übersetzt von Adolf Ritter, Verlag Erich Koschny, Berlin 1875

Dem Alter angemessen ist es, die Aufmerksamkeit auf ernsthafte Dinge zu richten.

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Die Jugend fragt: Wie bist Du? – Die reifen Jahre fordern Antwort auf die Frage: Was bist Du?

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

In späteren Jahren erstaunt man nur noch selten; aber die Gedankenleere, die Armut und Enge manches inneren Lebens, die bleibt immer wieder erstaunlich!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908