Alter Sprüche – tiefgründig

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Greise sinnen. Eine große graue Spinne. Netze schleiern, Fäden rinnen. Die jahrhundert grauen Wälder Tragen ernst den alten Himmel, Und verdorrte, alte Lippen Nippen an dem kalten Horte Längstverglühter alter Worte.

Dauthendey, M., Gedichte. Reliquien. Gedichte, 1897

Da geht ein alter Schäfer Da geht ein alter Schäfer, Sieht ohne Gruß die Welt, Gebückt tief wie ein Schläfer, Der schlafend Reden hält. Sein Hund fällt mit Gekeife Die kleinste Fliege an. Der Schäfer kaut die Pfeife Und stolpert stumm bergan. Die Schafe fliehn und jagen, Der Berg gibt Bodenlaut, Der Schäfer könnt' ihn fragen. Nur zwein allein vertraut Der Berg, was er gesprochen, Dem Schäfer und den Schnecken, Die ihm am Rücken krochen. Doch eh' von Lippenrunzeln Des Schäfers Frage will, Da müsst' der Berg erst schmunzeln, Drum schweigen beide still. Sie wissen, was sie wissen: Manch Ding lebt noch im Tod, Ists Herz grau und zerschlissen, Macht's keine Rede rot.

Dauthendey, M., Gedichte. Singsangbuch. Liebeslieder, 1907

Dem Alter angemessen ist es, die Aufmerksamkeit auf ernsthafte Dinge zu richten.

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Der Mensch zieht sich mit dem Alter, wie eine Schnecke vor der Winterkälte, in immer tiefere Kammern seines Innern zurück.

Pauly, Aphorismen, 1905