Arbeit Sprüche – abschied
20 Sprüche gefunden
Alle Güter verkaufst du, o Herr, uns um den Preis von Mühe.
Lass deinem Spültrieb freien Lauf.
Der Schweiß ist die Träne der Arbeit.
Es gibt viel zu tun – schnell weg!
Erledigtes erledigen.
Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.
Es gibt viel zu tun, schreiben wir’s ab.
Früchte, die dir entkommen wollen, pflücke mit schneller Hand!
Der goldene Tod. Kein Wind im Segel, die See liegt still - kein Fisch doch, der sich fangen will! So ziehen die Netze sie wieder herein und murren, schelten und fluchen drein. Da neben dem Kutter wird's heller und licht wie weißliches Haar, wie ein Greisengesicht, und ein triefendes Haupt taucht auf aus der Flut: »Ei, drollige Menschlein, ich mein's mit euch gut - Ich gönn' euch von meiner Herde ja viel, doch heut ist mein Jüngster als Fisch beim Spiel, den mußt' ich doch hüten, ich alter Neck, drum jagt ich sie all miteinander weg - doch schickt ihr den Jungen mir wieder nach Haus, so werft nur noch einmal das Fangzeug aus: Der schönste ist mein Söhnchen klein, das übrige mag euer eigen sein!« Hei, flogen die Netze jetzt wieder in See! Ho, kaum, daß ihr' Lasten sie brachten zur Höh'! Wie lebende Wellen, so fort und fort von köstlichen Fischen, so quoll's über Bord. Und patscht und schnappt und zappelt und springt - und bei den Fischern, da tollt's und singt. Nun plötzlich blitzt es - seht: es rollt ein Fisch über Bord von lauterem Gold! Eine jede Schuppe ein Geldesstück! Wie edelsteinen, so funkelt's im Blick! Die Kiemen sind aus rotem Rubin, Perlen die Flossen überziehn, mit eitel Demanten besetzt, so ruht auf seinem Häuptlein ein Krönchen gut, und fürnehm wispert's vom Schnäuzlein her: »Ich bin Prinz Neck, laßt mich ins Meer!« Den Fang ins Meer? Sie rühren ihn an, die Fischer, und tasten und stieren ihn an. »Laßt mich ins Meer!« Sie hören nicht drauf. »Laßt mich ins Meer!« Sie lachen nur auf. Sie wägen das goldene Prinzlein ab, sie schätzen's und klauben ihm Münzlein ab - Wie wiegt das voll, wie gleißt das hold! Sie denken nichts weiter, - sie denken nur Gold. Und seht: ein Goldschein überfliegt jetzt alles, was von Fisch da liegt, und wandelt's, daß es klirrt und rollt: Seht all die Fische werden Gold! Sinkt das Schiff von blitzender Last? »Schaufelt, was die Schaufel faßt!«... Wie lustiges Feuerwerk sprüht das umher - dann rauscht über alles zusammen das Meer.
Winterwanderung (Aus den Liedern vom Maurergesellen) Nicht mir hab' ich gebaut; dies Dach wird eines andern. Wer's Glück hat, holt die Braut und kauft Brabant und Flandern. Ade, ade, du schmuckes Haus, ich greif' zum Stab und zieh' hinaus, muß weit und weiter wandern. Muß wandern kreuz und quer, durch Stadt und Dorf mich winden; mein Säckel wird so leer, und Wams und Stiefel schwinden. Ich hab' gebaut so manches Dach; das eigne Haupt zu bergen, mag ich nun kein Plätzchen finden. Kein Meister, der mich dingt, wo ich auch zugesprochen; der arge Winter bringt die langen Feierwochen. Die Welt wird still, die Arbeit ruht, ich armes heimatloses Blut muß rings vergeblich pochen. Schon streicht ein harter Frost auf dem bereiften Rasen, und scheltend kommt aus Ost ein Schneewind hergeblasen, die wilden Wanderschwäne schrei'n, ach Gott, wie bin ich gar allein, allein auf fremden Straßen! Doch Herz, dein Trost ist nah! Wenn jede Tür verschlossen, du zählst den Herrgott ja zu deinen Zunftgenossen. Der Meister, der die Kuppel baut, die sterndurchflammt dort oben blaut, der wird dich nicht verstoßen.
Der Gais (Geiß) ist g'streut. (Die Sache ist gemacht, auch das letzte ist getan, der Handel ist fertig.)
Das Werk vollbringen, sich selbst zurückziehn, so ist des Himmels Weg.
Was man an Nebensachen verschwendet, wird immer der Hauptsache entzogen.
Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich. Das angespannte Gemüt sinkt schnell zusammen und die Kraft kann sich nicht sogleich zu einem neuen Gegenstand wenden.
Es hat keinen Zweck, für ein Unternehmen zu arbeiten, welches aufhört nützlich zu sein und von allen Seiten behindert wird.
Es wird der Welt deshalb nicht schlechter gehen, auch ohne meine Einmischung, und sie wird weder glücklicher, noch unglücklicher sein ohne mich…
Das Allerbitterste von allem Bittern: Die große Kraft an kleinem Werk zersplittern.
Das Niesen absorbiert alle Funktionen der Seele ebenso sehr wie die Arbeit.
Bald tu’, was du sollst! Verschub macht Schurken und Toren.
Im Hafen erblickst du kein Segel, Keines Menschen Fußtritt am Strand; Viel tausend reinliche Vögel Hüten das einsame Land. [...] Gott segn' euch, ihr trefflichen Vögel An der fernen Guanoküst', Trotz meinem Landsmann, dem Hegel, Schafft ihr den gediegensten Mist!