Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

1104 Sprüche in dieser Kategorie

Manche Menschen gleichen jenen schlecht gebundenen Büchern, die trotz des gewaltsamsten Öffnens und Auseinanderpressens doch immer wieder von selbst zusammenschlagen. Sie gestatten keinen tieferen Einblick in ihr Herz und Gemüt [...].

Amyntor, Aus der Mappe eines Idealisten, o.J. [1885]

Ich wage zu behaupten, daß es sehr nachteilig ist, stets redlich zu sein: aber fromm, treu, menschlich, gottesfürchtig, redlich zu scheinen, ist sehr nützlich.

Machiavelli, Der Fürst (Il Principe), verfasst 1513; päpstliche Druckgenehmigung 1532 (posthum)

Fast überall ein kaum nachzukommender Fortschritt, nur nicht in den Gesinnungen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Nichts gibt es auf den Blättern der Geschichte, das mich so ergriffe wie die nicht seltne Wahrnehmung, daß bedeutende Menschen oft gerade da, wo sie fehlgreifen, ihren eigentlichen Charakter in das schönste Licht stellen.

Fontane, Autobiographisches. Von Zwanzig bis Dreißig. Der Tunnel über der Spree. Aus dem Berliner literarischen Leben der vierziger und fünfziger Jahre. 9. Kapitel, 1908

Dem Seelenlosen ist alles seelenlos.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Alle komischen Charaktere sind tragisch im höchsten Grade.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Um fest zu bleiben, muß man's Ohr verkleben; Wer Gründen lauscht, hat sich schon halb ergeben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Was halb ist, Freund, Sei dir nicht recht! Merk' dir: halb gut Ist auch halb schlecht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1896

Nach edleren Charakteren muss man im Leben tief graben, wie nach reinem Golde. Sie hängen nicht da, wie das lose Gras am Abhang der Berge, das jeder vorübergehende Bock beliebig abfressen kann.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Das Urteil über einen Menschen hängt oft bedeutend von seiner formellen Bildung ab. Manche Leute sind wie Münzsammler, die nur auf das Gepräge sehen, nicht darauf: ob Gold oder Kupfer, Silber oder Blei?

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Jeder Charakter, so eigentümlich er sein möge, und jedes Darzustellende, vom Stein herauf bis zum Menschen, hat Allgemeinheit; denn alles wiederholt sich, und es gibt kein Ding in der Welt, das nur einmal da wäre.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 29. Oktober 1823

Sei du! Sei gar nichts anderes, nichts Hohes, nichts Tiefes, nichts Glänzendes und nichts Scheinendes, sei nur du selbst!

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Manche Menschen sind nie schäbiger, als wenn sie eine Anwandlung von Noblesse haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Je länger man lebt, desto höher steigt uns der Wert der Charaktere im Verhältnis zu den Talenten.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Eines Menschen leidige Dornen, die bei Gelegenheit hervortreten, verletzen den Eigner derselben wohl am meisten.

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Charakter ist eine gute Mischung von eiserner Härte und wärmster Herzlichkeit.

Internet

Ein Mensch, der kein beständiges Principium seiner Handlungen, mithin keine Einförmigkeit hat, hat keinen Charakter.

Erdmann (Hg.), Reflexionen Kants zur Anthropologie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen (= Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie, Band 1), hg. von Benno Erdmann, 1882

Dein Nein sei eine eherne Mauer, an der das Kind fünf- oder sechsmal seine Kräfte erschöpfen mag, um es nie wieder zu versuchen, sie umzustürzen.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Was kraucht da in dem Busch herum? Ich glaub', es ist Napolium!

Pistorius (Füsilier Kutschke), Kutschkelied, Erstdruck 22. August 1870 (anonym)

Handle rechtschaffen. Diese einfache Regel ist das Resultat aller Bildung, sie ist Inbegriff aller Bedingungen zu einem glücklichen Leben.

Tschernyschewski, Was tun?, 1863. Aus dem Russischen übertragen von M. Hellmann, Berlin 1947

Schicksale von Völkern und Staaten, Richtungen von ganzen Zivilisationen können daran hangen, daß ein außerordentlicher Mensch gewisse Seelenspannungen und Anstrengungen ersten Ranges in gewissen Zeiten aushalten könne.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)