Charakter Sprüche – gedanken

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Es bildet ein Talent sich in der Stille, Sich ein Charakter in dem Strom der Welt.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 1. Akt, 2. Szene, Leonore zu Alfons

Der Charakter ist eine psychische Gewohnheit, eine Gewohnheit der Seele.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, 27. August 1808

Es gibt eine Menge kleiner Unarten und Rücksichtslosigkeiten, die an und für sich nichts bedeuten, aber furchtbar sind als Symptome des Seelenzustandes, den sie verraten.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Nichts ist letzten Endes so heilig wie die Redlichkeit unserer Gesinnung.

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Tiefes Eindringen und Festigkeit des Charakters wird man bei einer reizbaren Phantasie wohl immer vergebens suchen.

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Zuerst die innere Haltung, dann die äußere Form! Es ist wie beim Malen, wo man Glanzlichter zuletzt aufsetzt.

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Das was du bist, ruft mir so laut zu, daß ich kein Wort von dem verstehe, was du sagst.

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Gerade in Kleinigkeiten, als bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt, zeigt er seinen Charakter, und da kann man oft, an geringfügigen Handlungen, an bloßen Manieren, den grenzenlosen, nicht die mindeste Rücksicht auf andere kennenden Egoismus bequem beobachten, der sich nachher im Großen nicht verleugnet, wiewohl verlarvt.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Man wird mit seinem schlechten Gewissen leichter fertig, als mit seinem schlechten Rufe.

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Außen hui, innen pfui.

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Außen Honig, innen Galle.

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Viel was erregt, nicht was Erregung schafft, Nicht was zu allen Herzen könnte sprechen; Ein Firnis über jeder wildern Kraft, Alltäglichkeit sogar in den Verbrechen; Witz ohne Salz, gemachte Leidenschaft; Kein Hauch von Wahrheit adelt ihre Schwächen; Die Charaktere sämtlich gleich und glatt, Wenn einer überhaupt Charakter hat.

Byron, Don Juan, 1819-24

In der Natur des Menschen wohnen vier Wesen zusammen: ein Hund, ein Schwein, ein Teufel und ein Engel. Alle Charaktereigenschaften entstehen aus jenen vier Gewaltigen.

al-Ghazâlî, Das Elixier der Glückseligkeit (Kīmiyāʾ as-saʿada)

Die Kennzeichen des Verstockten. Seit am Verstockten ich drei Züg’ erkannt, Hab’ ich mein Auge von ihm abgewandt. Am Schwachen übt er Härt’ und Grausamkeit, Was er auch hab’, ihm fehlt Zufriedenheit. So oft man auch ermahnend zu ihm spricht, Auf sein verstocktes Herz tut’s Wirkung nicht.

Attar, Pendnameh (Das Buch des guten Rates). Übersetzt von Ferdinand Nesselmann, 1871

Nie zeichnet der Mensch den eignen Charakter schärfer als in seiner Manier, einen fremden zu zeichnen.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Vierter Band. 28. Jobelperiode. 110. Zykel

Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.

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Wer sich durch jede leise Eingebung seines Feindes ziehen und wie im Kreise umhertreiben läßt, der verrät, daß er eine kleine Seele und wenig Herz hat.

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Den wahren Charakter eines Menschen erkennt man daran, was er tun würde, wenn ihm seine Tat nie nachgewiesen werden könnte.

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Der Charakter sitzt nicht im Verstande, sondern im Herzen.

Wyttenbach/Neurohr (Hg.), Aussprüche des reinen Herzens und der philosophirenden Vernunft über die der Menschheit wichtigsten Gegenstände, 3 Bde., 1797-99 (2. Auflage 1801)

Wir sind wie der Löwe in der Fabel, der seine Reißzähne beschimpft, sobald ihm das Opfer geschmeckt hat.

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Der Charakter des Menschen aber zeigt sich in denjenigen Reden und Handlungen, und bei demjenigen Teile seines ganzen Betragens, bei welchem er keine besondere Absicht hat.

Aristoteles, Nikomachische Ethik, 350 v. Chr. 1127a (IV, 13.) Übersetzt von Christian Garve (1801)