Charakter Sprüche – lustig

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Totalität Ein Kavalier von Kopf und Herz Ist überall willkommen; Er hat mit feinem Witz und Scherz Manch Weibchen eingenommen; Doch wenn's ihm fehlt an Faust und Kraft, Wer mag ihn dann beschützen? Und wenn er keinen Hintern hat, Wie mag der Edle sitzen?

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Epigrammatisch

Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übelnimmt.

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Es gibt keinen Charakter, mag er noch so gut und edel sein, der nicht durch Spötteleien, mögen sie noch so armselig und geistlos sein, verleumdet werden kann.

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Ich habe durch mein ganzes Leben gefunden, daß sich der Charakter eines Menschen aus nichts so sicher erkennen läßt, wenn alle Mittel fehlen, als aus einem Scherz, den er übel nimmt.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 118]

Es gibt Menschen, die wohnen auf dem Cimborasso der Gemeinheit. Es ist unmöglich, ihnen beizukommen – sie behalten immer recht. Der Witz, der sie aufsucht, sinkt schon am Fuße des Berges entatmet nieder und bekennt mit Scham, daß ein Prügel besser sei als eine Lanze.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [133]

Ein geistreicher und schlechter und ein geistreicher und anständiger Charakter unterscheiden sich wie ein Mörder und ein Weltmann, der gut fechten kann.

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Zwei Arten von Menschen: Die einen denken, die andern amüsieren sich.

Montesquieu, Meine Gedanken (Mes pensées), 1899-1901 (posthum), übersetzt von Fritz Schalk. Geist

Ein Schurke ist oft nur ein Narr.

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Mit bloßem Charakter ist auch nicht viel zu machen, oder doch höchstens Feiertags; Alltags verlangt man ein bißchen Esprit.

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Durch keine Eigenheiten, die man hat, macht man sich so lächerlich wie durch jene, die man zu haben vorgibt.

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Anwendbar Ein weich verpackter, Ein fein befrackter, Nicht sehr intakter Charakter. Den Vers, den hab ich im Voraus gemacht, Ganz ohne Objekt; ich hab halt gedacht: Ich mach ihn einmal, er wird schon passen, Man kann ihn brauchen in allen Gassen.

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Fein war er eigentlich nicht, allein er verstund doch die Kunst, wenn er es bedurfte, zuweilen auf seinen Nebenmenschen zu reiten.

Lichtenberg, Sudelbuch B, 1768-1771. [B 396]

Der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird – der Mensch sagt: "Es war mir ein Vergnügen."

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus den Wahlverwandtschaften, 1809. Aus Ottiliens Tagebuche

Schlechtigkeit des Charakters, verbunden mit Geist, mit genialer Verstellung, Machiavellismen usw. imponiert nie den Frauen. Diese bleiben fest in ihrem Haß und ihrer Verwerfung. Männern dagegen mildert sich ihr Urteil, wenn sie das Schlechte mit Virtuosität behandelt sehen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Schlüpfrige Geister gibt es genug, schmähsüchtige oder satirische in noch größerer Zahl, die feinsinnigen sind selten.

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Der wahre Charakter des Briefstils ist Heiterkeit und Urbanität.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Schriftstellerei und Stil

Dem charaktervollen Menschen ist es eine Ehre, wenn die Menge ihn als einen Sonderling belächelt.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Alle komischen Charaktere sind tragisch im höchsten Grade.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Was kraucht da in dem Busch herum? Ich glaub', es ist Napolium!

Pistorius (Füsilier Kutschke), Kutschkelied, Erstdruck 22. August 1870 (anonym)