Charakter Sprüche – philosophisch
93 Sprüche gefunden
Nichts ist letzten Endes so heilig wie die Redlichkeit unserer Gesinnung.
Man zerstört seinen eigenen Charakter aus Furcht, die Blicke und Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen, und man stürzt sich in das Nichts der Belanglosigkeit, um der Gefahr zu entgehen, besondere Kennzeichen zu haben.
Man darf keinen Charakter haben und muß sich das Denken abgewöhnen.
Eine der größten Unverfrorenheiten des Menschen ist, dies oder jenes Tier mit Emphase falsch zu nennen, als ob es ein annoch falscheres Wesen gäbe, in seinem Verhältnis zu den andern Wesen, als der Mensch!
Viel was erregt, nicht was Erregung schafft, Nicht was zu allen Herzen könnte sprechen; Ein Firnis über jeder wildern Kraft, Alltäglichkeit sogar in den Verbrechen; Witz ohne Salz, gemachte Leidenschaft; Kein Hauch von Wahrheit adelt ihre Schwächen; Die Charaktere sämtlich gleich und glatt, Wenn einer überhaupt Charakter hat.
Wie kann man sich in dem Charakter eines Menschen beim ersten Besuch irren, insonderheit wenn er sich hinter der Maske des Umgangs versteckt.
Erscheinung und Wesen sind nicht voneinander zu trennen.
Dem Menschen ist sein Sinn sein Gott.
Indem ich in Dankbarkeit und Verehrung über seinen Charakter [den seines Lehrers Henslow] nachdenke, finde ich, dass sich seine sittlichen Eigenschaften, wie es bei den höchstentwickelten Menschen sein muss, über die seines Verstandes sich erheben.
Wenn du Jemand's Charakter hast enthüllt Und hältst ihm vor sein eigen Spiegelbild Recht ungeschmeichelt, ehrlich, offen: Gelang auch noch so gut das Konterfei, Er glaubt dir nicht, daß er getroffen sei – Doch sicher fühlt er sich getroffen.
Wenn man sich nicht darüber einigen kann, was den Menschen ausmacht, dann gibt es kaum noch Dinge, über die man gleicher Meinung sein könnte.
Charakter ist in der moralischen Welt, was in der physischen das Knochengebäude.
Alle unsere Eigenschaften sind unentschieden und zweideutig, im Guten wie im Bösen, und fast alle werden von der Gelegenheit geformt.
Ein königliches Paar sitzt seit Anbeginn auf dem Erdenthron und regiert den staatlichen Menschenbund. Egoismus heißt der Herrscher, die Herrscherin heißt Eitelkeit, und die nimmersatten Leidenschften bilden ihr unverantwortliches Ministerium.
Es ist eine Tatsache, daß die Menschen auf manche Auslöser ganz unterschiedlich reagieren.
Mir war, als ob uns eine helle Wolke, die dicht und fest und lauter war, umhüllte, klar wie ein sonnbestrahlter Diamant. Und diese ewige Perle nahm in sich uns auf, so wie das Wasser einen Lichtstrahl hineinläßt, aber ungeteilt verweilt. War ich als Körper dort, und ist es hier nicht denkbar, daß zwei Körper sich vertragen im selben Raum, und wäre dort doch nötig - oh, wieviel heißer müßten wir dann wünschen, die Wesenheit zu schaun, in der sich's zeigt wie unsere Natur mit Gott sich eint. Dort schauen wir, was wir im Glauben haben, das Unbewiesne wird sich offenbaren, so wie der Urgrund, der uns wirklich gilt.
Ich frage mich oft, welches der wünschenswertere Typus von beiden ist: der mehr geistige Mensch, für den es nichts Abstoßenderes gibt, als das Uninteressante, oder der mehr gemütliche, für den es schlechtweg nur Anziehendes und Abstoßendes gibt.
Man prüfe alle Lächerlichkeiten, und man wird fast keine finden, die nicht auf eine törichte Eitelkeit zurückginge oder auf eine Leidenschaft, die uns blind macht für unsere Grenzen; lächerlich erscheint der Mensch, der seinen Charakter und seine Kräfte überschreitet.
Um zu wissen, ob es einen Gott gibt, verlange ich von Euch nur eins: Macht die Augen auf [...]. Macht eure Augen auf, und ihr werdet einen Gott erkennen und ihn anbeten.
Wenn man fragt, ob einer ein guter Mensch sei, so fragt man nicht, was er glaubt oder hofft, sondern was er liebt.
Wir kennen uns nur selbst, oder vielmehr, wir könnten uns kennen, wenn wir wollten; allein die andern kennen wir nur aus der Analogie, wie die Mondbürger. Man sehe nur zwei Leute an, die einander freundlich begegnen, einander mit Frau und Kind besuchen, wenn sie sich überwerfen, was da für Vorwürfe aussprudeln, Anekdoten etc. – alles das schlief vorher in ihnen, wie das Pulver in der Bombe, und wenn sie sich gegen einander bückten, so bückte es sich mit. So lange wir nicht unser Leben so beschreiben, alle Schwachheiten aufzeichnen, von denen des Ehrgeizes bis zum gemeinsten Laster, so werden wir nie einander lieben lernen.