Ehe Sprüche – leben

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Selbst das Unangenehme und Beschwerliche des häuslichen Standes hat, wenn wir zu gewissen Jahren gelangen, weniger Fürchterliches für uns als das Vakuum eines ehelosen Alters. Hiervon hat der junge, lebhafte, jovialische Mensch keinen Begriff.

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Den Garten Eden und die Gehenna (Hölle) kann man bereits in dieser Welt haben.

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Die Frau eines gescheiten Mannes zu sein, ist eine große Aufgabe, die eines dummen aber noch eine viel größere.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Mit dem Eheleben ist es wie mit dem Jonglieren, dem Radschlagen und dem Essen mit Stäbchen. Es kommt einem kinderleicht vor, solange man es noch nicht selbst versucht hat.

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Dreier Leben ist kein Leben: Wer das Gnadenbrot seines Nächsten essen muß, wer mit körperlichen Leiden behaftet ist und wer unter dem Pantoffel steht.

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Es ist Religion, an keinen Gott zu glauben – ihn glauben heißt, ihn lästern.

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Ein böses Weib ist für Ehemann eine große Plage. Es ist wahrlich besser, unter Tigern und Löwen, unter Bären und Wölfen zu leben als mit einem bösen Weibe.

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Nicht wie die Ritter, welche mit goldenen Sporen einherstolzieren, die von den Kaisern mit Gunst und Torheit zu Rittern geschlagen sind. Die echten Ritter sind vom harten Geschick geschlagen und geprägt, ihr Sporn ist die Treue und ihr Schwert ist der Glauben an das ewige Bestehen der Geschlechter und, daß dieselbe Herrlichkeit aus dem Stamme immerdar wiedergeboren werde.

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Ich muss lernen, mit dem Mühlstein am Hals nicht zu ertrinken.

Tolstoi, Tagebücher. 1884

Wer das Leben, die Welt, die Menschheit im Ernste und im Spaß verstehen will, der nehme ein Weib, der sei mit ihr eine Seele und ein Leib: so kommt ihm die Arbeit, die Religion, die rechte Haltung, der zufriedene Sinn, der Lebensverstand, die leibliche Wohlfahrt von selbst.

Goltz, Zur Charakteristik und Natur-Geschichte der Frauen, 1859

Des Weibes Natur lenken heißt: jede Hoffnung auf ein gemächliches Leben aufgeben.

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Das ist er im Grunde gewesen, der Mann fürs Leben – ein Mann ohne Sorgen – der mir alles geben würde, was ich mir wünsche, mit ihm würde ich mich immer lebendig fühlen, ich hätte meinen Platz in der Welt. Ich wollte nie kämpfen – es wurde mir aufgezwungen. Eigentlich sprudelt in mir ein Quell der Unbeschwertheit, der in dieser verhaßten Existenz aber langsam versiegt. Ich sterbe, wenn das so weitergeht. Ich will Leidenschaft und Liebe und Abenteuer!

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Auch die gefährlichste Frau muß mindestens einen Mann haben, gegen den sie anständig ist. Es fragt sich sogar, ob sie ihrer Veranlagung nicht schon dadurch Genüge tut, daß sie ihr ganzes Leben lang gegen einen einzigen Mann anständig ist – ob sich mit dieser einen ethisch-erotisch Leistung nicht erschöpft.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Nur wer des Lebens Bedeutung und Ernst verkennt, das Leben hält für ein Schaukeln auf den Wellen der Lust ohne Ziel und Zweck, nur der verkennt der Ehe hohe Bedeutung, verhöhnt sie als veraltet, als eine morsche Schranke gegen wahre Kultur. Der ist dann aber auch kein Sohn der Ewigkeit, sondern ein Kind des Augenblicks; wie ein Irrlicht hüpft im Moor, so ist sein Wandel durchs Leben; wie ein Irrlicht versinkt im Moor, so sein Leben im Schlamme der Welt.

Gotthelf, Uli der Pächter (auch: Ueli der Pächter), 1849

Ein Hafen ist ein reizvoller Aufenthalt für eine im Lebenskampf erschöpfte Seele.

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Ich möchte mein Dasein von ihrem Dabeisein sondern.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. VI. Zufälle, Einfälle

Alle Lebensgemeinschaft auf Erden bedingt ein wechselseitiges Schuldigwerden. Und je tiefer sie ist, um so mannigfaltiger. Damit wird aber eine unendliche Aufgabe gegenseitigen Tragens und Miteinander-Wachsens begründet. Eine Aufgabe, die weit über das irdische Leben hinausreicht und keineswegs mit dem Tode der Gatten als abgeschlossen gelten kann.

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Findet sich Unkraut im Acker unsres Herzens, so wollen wir gegenseitig bemüht sein, ihn so zu bestellen, daß sein Same nicht aufgehn kann [...] und wenn mich Deine kleinen Disteln auch mitunter in den Finger stechen sollten, kehr Dich daran nicht und verbirg sie mir nicht. Du wirst an meinen großen Dornen auch nicht immer Freude erleben, so große, daß ich sie nicht verstecken kann, und wir müssen gemeinschaftlich daran reißen, wenn auch die Hände bluten.

Bismarck, O., Briefe. An seine spätere Frau Johanna, 23. Februar 1847

Doch wir sind Menschen, gefesselte Menschen Und müssen uns tragen mit stummer Geduld, Wir müssen uns tragen und müssen entsagen Und unsere Triebe sind unsere Schuld.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Aus: Lieder eines Menschen (1892)

(An seine Schwester Nannerl) Du wirst im Eh'stand viel erfahren, Was dir ein halbes Rätsel war; Bald wirst du aus Erfahrung wissen, Wie Eva einst hat handeln müssen, Daß sie hernach den Kain gebar. Doch, Schwester, diese Eh'standspflichten Wirst du von Herzen gern verrichten, Denn glaube mir, sie sind nicht schwer. Doch jede Sache hat zwo Seiten: Der Eh'stand bringt zwar viele Freuden, Allein auch Kummer bringet er. Drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen, Die du nicht glaubest zu verdienen, In seiner übeln Laune macht, So denke, das ist Männergrille, Und sag: Herr, es gescheh' dein Wille Bei Tag, und meiner in der Nacht.

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Es ist nur so der Lauf der Welt Mir ward als Kind im Mutterhaus, Zu aller Zeit, Tag ein, Tag aus, Die Ruthe wohl gegeben. Und als ich an zu wachsen fing Und endlich in die Schule ging, Erging es mir noch schlimmer. Das Lesen war ein Hauptverdruß, Ach! wer's nicht kann und dennoch muß, Der lebt ein hartes Leben. So ward ich unter Schmerzen groß Und hoffte nun ein bess'res Loos, Da ging es mir noch schlimmer. Wie hat die Sorge mich gepackt! Wie hab' ich mich um Geld geplackt! Was hat's für Noth gegeben! Und als zu Geld ich kommen war, Da führt' ein Weib mich zum Altar, Da ging es mir noch schlimmer. Ich hab's versucht, und hab's verflucht, Pantoffeldienst und Kinderzucht Und das Gekreisch der Holden. O meiner Kindheit stilles Glück, Wie wünsch' ich dich jetzt fromm zurück! Die Ruthe war ja golden!

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