Ehe Sprüche – tiefgründig

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Die erste Frau scheuert die Bank, die zweite setzt sich drauf.

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Was sich zweiet, das dreiet sich gern.

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Wenn ein Mann beim Rasieren pfeift, sollte seine Frau stutzig werden. Wenn er auch noch die Wohnungstür ölt, ist höchste Wachsamkeit geboten.

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Gebirgige Gegenden geben den Donner in vielfachem Widerhall zurück. Hierin gleicht ihnen ein böses Weib, obwohl sie kein Berg, sondern ein Tal, nämlich ein Jammertal ist. Jedes rauhe Wort des Mannes gibt sie mit zehn und mehr Schimpfworten zurück.

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Manche Frauen haben ihr ganzes Leben hindurch eine doppelte Bindung aufrechtzuerhalten, die gleich schwer zu lösen und zu verschleiern ist; bei der einen fehlt nur der Vertrag, bei der anderen das Herz.

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Manche Frau versteht ihren Mann so gründlich zu verdrängen und im eigenen Hause zu begraben, daß draußen in der Welt kein Mensch von ihm spricht: Lebt er noch? Lebt er nicht mehr? Man weiß es nicht.

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Es gehört mehr zum Haushalt als vier Beine unter dem Tisch.

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Das sich unverstanden Fühlen und das die Welt nicht Verstehen begleitet nicht die erste Leidenschaft, sondern ist ihre einzige nicht zufällige Ursache. Und sie selbst ist eine Flucht, auf der das Zuzweiensein nur eine verdoppelte Einsamkeit bedeutet.

Musil, Die Verwirrung des Zöglings Törleß, 1906

Für geistig feine Menschen, – den Charakter, für geistig arme, – das Fleisch.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919