Erfahrung Sprüche – glück

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In der Jugend bald die Vorzüge des Alters gewahr zu werden, im Alter die Vorzüge der Jugend zu erhalten, beides ist nur ein Glück.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Erfahrung lehrt: Wer mäßig wünscht, der wird erhört.

Langbein, A. F. E., Gedichte. Aus: Das Abenteuer des Pfarrers Schmolke und Schulmeisters Bakel, 1788

Ein Mann, der sehr unglücklich verheiratet gewesen war, heiratet nach dem Tod seiner Frau gleich wieder. Man bezeichnet das als den Triumph der Hoffnung über die Erfahrung.

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Am besten laufen die Dinge für den, der daraus, wie sie laufen, das Beste zu machen weiß.

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Ein Angler, der stundenlang keinen Fisch fängt, wird zwar die Freude am Angeln nicht verlieren, aber sicher seine Methode überprüfen.

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Manchmal sind die dunkelsten und schmerzvollsten Erfahrungen die, die am meisten Glückseligkeit geben können – nach deren Überwindung.

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Meine Frau ist tot, und diese Erfahrung habe ich nun auch gemacht. Ich freue mich, daß mir viel dergleichen Erfahrungen nicht mehr übrig sein können zu machen, und ich bin ganz leicht.

Lessing, G. E., Briefe. Lessing an [Johann Joachim] Eschenburg, 10. Jenner 1778

Wem Erfahrungen nur Enttäuschungen sind, der sehnt sich nach dem Glück seiner Unerfahrenheit zurück.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Großes Talent und Genie – wodurch unterscheiden sie sich? Durch eine kleine Beigabe; sie heißtGlück!

Holtei, Der letzte Komödiant, 1863. Zweiter Teil

Seid heiter, da ihr's sein könnt; ach, der Kelch des Lebens leert sich bald, und seine Hefe, Erfahrung nennt man sie, ist bitter.

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Die am meisten Erfahrungen gesammelt haben, das sind die Weisen, und die am wenigsten gemacht haben – die Glücklichen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das größte Glück hat immer die liebe Unerfahrenheit.

Balzac, Tante Lisbeth (La Cousine Bette), 1846

Das Lächeln der Mona Lisa Ich kann den Blick nicht von dir wenden. Denn über deinem Mann vom Dienst hängst du mit sanft verschränkten Händen und grienst. Du bist berühmt wie jener Turm von Pisa, dein Lächeln gilt für Ironie. Ja … warum lacht die Mona Lisa? Lacht sie über uns, wegen uns, trotz uns, mit uns, gegen uns – oder wie –? Du lehrst uns still, was zu geschehn hat. Weil uns dein Bildnis, Lieschen, zeigt: Wer viel von dieser Welt gesehn hat – der lächelt, legt die Hände auf den Bauch und schweigt.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 27.11.1928, Nr. 48 (Theobald Tiger), wieder in: Das Lächeln der Mona Lisa, 1928

Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen. Ich wollt es jubelnd zu den Menschen schmettern, die bleich am Baume der Erkenntnis klettern, das Glück vermutend in den kahlen Zweigen. Ich wollt sie rufen zu den breiten Küsten, an die des Meeres Wellen silbern schlagen. Ich wollt sie lehren leichte Schultern tragen und freien Sinn in übermüt'gen Brüsten. Ich stoß ins Horn. Noch einmal. – Doch ich staune: die Menschen lachen, die ich wecken wollte, als ob ein Mißton in die Lüfte rollte. – Es muß ein Sandkorn sein in der Posaune.

Mühsam, E., Gedichte. Aus: Wüste – Krater – Wolken. Die Gedichte, 1914