Erfahrung Sprüche – philosophisch
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Jeden Tag hat man Ursache, die Erfahrung aufzuklären und den Geist zu reinigen.
Erfahrung ist eine verstandene Wahrnehmung. Wir verstehen sie aber, wenn wir sie unter Titel des Verstandes uns vorstellen.
Dass alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, daran ist gar kein Zweifel.
Wir können nichts erklären, als was wir auf Gesetze zurückführen können, deren Gegenstand in irgendeiner möglichen Erfahrung gegeben werden kann.
Erfahrung kann sich ins Unendliche erweitern, Theorie nicht eben in dem Sinne reinigen und vollkommener werden. Jener steht das Universum nach allen Richtungen offen, diese bleibt innerhalb der Grenze der menschlichen Fähigkeiten eingeschlossen. Deshalb müssen alle Vorstellungsarten wiederkehren, und der wunderliche Fall tritt ein, daß bei erweiterter Erfahrung eine bornierte Theorie wieder Gunst erwerben kann.
Nichts ist geeigneter, uns erhaben über alles Irdische zu machen, als die Fähigkeit, jeden Gegenstand, der uns im Leben aufstößt, richtig und vernunftgemäß zu untersuchen und ihn stets auf solche Art zu betrachten, daß es uns zugleich klar wird, in welchem Zusammenhange er stehe, welchen Nutzen er gewähre, welchen Wert er für das Ganze, welchen für den einzelnen Menschen habe [...].
Was nützt die Erfahrung, wenn sie nicht durch Nachdenken fruchtbar gemacht wird? Die Erfahrung erfordert eine gründliche Untersuchung; erst nach wiederholter Prüfung gelangen die Künstler zur Erkenntnis der Grundbedingungen und in den Augenblicken der Muße zur Zeit der Ruhe, heißt es nur Stoffe für die Erfahrung vorzubereiten.
Es scheint, daß die Theorie oder die wissenschaftliche Untersuchung noch am meisten zu der Erfahrung zurückführt.
Die meisten Erfahrungen über mich selbst habe ich in Augenblicken gemacht, wo ich die Eigentümlichkeiten anderer Menschen erkannte.
Wir wissen alles, was wir wissen, nur durch Erfahrung, d. h. aus Natur und Geschichte.
Erfahrung und Denken – oder Energie und Spekulation sind als gleichberechtigte und sich gegenseitig ergänzende Erkenntnismethoden anzuerkennen. – Erst durch die vereinigte Thätigkeit beider entsteht wahre Erkenntnis
Wissenschaft und Theorie entsteht dem Menschen aus der Erfahrung, wie Polos mit Recht sagt, die Erfahrung führe zur Theorie, der Mangel an Erfahrung gebe dem Zufall Preis.
Unser ganzes Leben würde einen erhabeneren und ernsteren Charakter annehmen, wenn wir uns daran gewöhnen könnten, uns in Gedanken nicht fortwährend als Eins zu fühlen mit dem Gehäuse, das uns zur Wohnung dient, sondern mit dem wahren menschlichen Ich, das dieses Haus bewohnt. Wir würden dann die Unannehmlichkeiten des Lebens wie den Staub von unseren Kleidern abschütteln und zu der Erkenntnis gelangen, daß das Wertmaß für alles, was uns begegnet, nicht in den Leiden oder Freuden liegt, die dadurch unserem Körper zuteil werden, sondern darin, inwiefern es dem Menschen in uns zu seinem Fortschritte förderlich oder hinderlich ist, und da alle Vorkommnisse nur Mittel zur Erfahrung sind, und wir aus allen etwas lernen können, so sollten wir den Kümmernissen und Sorgen ihren Stachel nehmen, indem wir bei allem nach der Lehre forschen, die in ihm wie die Blüte in der Knospe eingeschlossen liegt.
Das endliche Vernunftwesen hat nichts außer der Erfahrung; diese ist es, die den ganzen Stoff seines Denkens enthält.
Wenn man in die mittleren Jahre kommt, kennt man alle Antworten, doch nur höchst selten stellt einem jemand die entsprechenden Fragen!
Ach, was nützt Erfahrung? Sie verführt nur dazu, daß die Leute mit Eigensinn an dem einmal Festgestellten hängen und durchaus sich nicht zugestehen, daß die Vernunft das Bessere oder das Wahre erfinde.
Wer von der Erfahrung etwas erwartet, was nicht in ihr liegt, der entbehrt der Vernunft.
Der Mensch ist ein in einem Spiegelkerker Gefangener.
Jeder hat nur dann ein Recht, seine inneren Erfahrungen auszusprechen, wenn er auch seine Sprache dafür zu finden weiß.
Man spricht ja immer nur die Erfahrung identisch aus. Was man erfährt, das ist ja eben die Erfahrung und weiter nichts dahinter.
Geistlose Empiriker Wohl! Die Erfahrung sei, wer leugnet es? Spiegel des Lebens; doch was strahlte je Blinden der Spiegel zurück?